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Jeschurun · 1924-09-01 · Heft 9-10 (September 1924) · p. Seite 423

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 9-10 (September 1924)
Date
1924-09-01
Page
Seite 423 (sequence 35)
Language
German
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Der Selbständigkeitsgrad usw. 42 B maische Schrift ebenso ausdrücklich überliefert ist (bab. Sanbedrin 21b). Ausserdem haben sich gegen jene Aufstellung der Panbabylonisten auch die Tatsachen als Gegenzeugen erhoben, welche inbezug auf das Alter und die Herkunft der hebräischen Schrift ganz neuerdings ans Licht geführt worden sind. Nämlich die von dem Engländer Petrie auf der Sinai - Halbinsel beobachteten Zeichengruppen sind nach den Vorarbeiten von Gardiner und Sethe (Berlin) im vorigen und in diesem Jahre genauer untersucht worden1), und eine eigene Prüfung der Photographien hat mich zu dem Urteil geführt, dass aus der grossen Summe von Linien und KreiseD, die da dem Auge entgegentreten, einige sicher als Buchstaben erkannt werden können. Denn um wenigsten zwei Beweise zu geben, mehrere Inschriften beginnen mit einer Figur, die hinreichend deutlich einem Rindskopf mit seinen Hörnern gleicht, und verfolgt man die ähnlichen, nur immer weiter sich vereinfachenden Darstellungen dieser Figur durch die Mesa-Inschrift und die phönizischen Inschriften hindurch bis in das althebräische Alphabet, so darf man überzeugt sein, dass mit jener Figur ein Aleph, also das Zeichen für den Spiritus lenis, beabsichtigt war. Besonders deutlich kann man auch die Wellenlinie, durch die schon von den Aegyptern das Wasser nachgebildet wurde, um den Laut m, mit dem auch das ägyptische Wort für „Wasser“ beginnt2), zu veranschaulichen, durch die zeitlich aufeinanderfolgenden Denkmäler der phönizischhebräischen Schriften verfolgen. Folglich haben diese sinaitischen Inschriften, die aus der Zeit der Pharaonin Hatschepschu (1491—1480) stammen, ein neues Licht auf die Geschichte der althebräischen Schrift geworfen. Sie haben deren Zusammenhang mit der ägyptischen Schrift, der von mir in meinem Historisch-kritischen Lehrgebäude der hebräischen Sprache vertreten worden ist, von neuem bestätigt, wie nun auch von den *) Hub. Grimme (Orientalist in Münster), Althebräische Inschriften vom Sinai (1S23) und Dan. Völter (Aegyptolog in Amsterdam), Die althebräischen Inschriften vom Sinai und ihre historische Bedeutung (1924). 2) Ad. Erman, Die Hieroglyphen (1917), S. 22.

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