Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1924)
- Date
- 1924-09-01
- Page
- Seite 422 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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422 Der Selas tan digkeitsgrad usw. ca. 36. 4 Liter) ist der zehnte Teil vom Chomer, und auch das Epha wieder wurde in Zehntel zerlegt, wie die Vergleichung von 4. Mos. 28, 9 mit V. 5 beweist. Schon die Hebräer haben also Spuren vom Dezimalsystem, welches überhaupt über das Sexagesimalsystem im Völkerieben triumphiert hat. Unter den Mitteln des gegenseitigen Verkehrs nimmt nächst der Sprache gewiss die S c h r i f t die hervorragendste Stellung ein. In bezug auf die Buchstaben aber ist es ganz zweifelhaft, ob die Hebräer jemals zur Niederschrift ihrer eigenen Literaturdenkmäler die babylonische Keilschrift verwendet haben. Allerdings ist neuestens behauptet worden, d&ss die Literatur Israels bis zu Salomos Zeit herab in babylonischer Sprache und Schrift aufgezeichnet worden sei.1) Aber eine hebräische Literatursprache hat es trotz Naviile mindestens schon zur Zeit der Entstehung des Deboraliedes (Rieht. 5,2—31) gegeben, das auch nach dem Urteil schärfster Kritiker2) als eine aus der Richterzeit stammende Dichtung anzusehen ist, und dass die babylonische Schrift noch zu Salomos Zeit bei den Hebräern angewendet worden sei, meint Naviile unrichtig daraus schliessen zu dürfen, dass der Hobepriester das im Jahre 621 bei der Tempelrenovation gefundene Gesetzbuch nicht habe lesen können. Denn dies kann dem Texte in 2. Kön. 22, 8f. nicht entnommen werden3), und gegen die ganze Hypothese spricht die Tatsache, dass von einem solchen Uebergang der hebräischen Literatur aus der babylonischen Sprache und Schrift keine einzige Spur in den hebräischen Geschichtsquellen vorliegt, während diese doch soviele Fälle des Wechsels von Stadtbezeichnungen, Monatsnamen usw. ausdrücklich erwähnt (gesammelt in „Die Genesis,“ S. 88f.), und der Uebergang der Thora aus der hebräischen in die ara- *) Von dem Aegyptologen Ed. Naviile (in Genf) in Archeologie de Fanden Testament (Lausanne 1916), p. 23 f. 2} Th. Nöldeke, Die semitischen Sprachen, 2. AufL S. 17 f.; Ed. Meyer, Die Israeliten und ihre Nachbarstämme, S. 487 und andere. *) Die Aufstellungen Navilies und seiner Anhänger sind in allen einzelnen Wendungen diskutiert worden in meinem Buche „Die Genesis, eingeleitet übersetzt und erklärt,£< 2. Aufi. (Dez. 1924), S, 2—14.