Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1924)
- Date
- 1924-07-01
- Page
- Seite 362 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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362 Die Ansichten des Maimonides und Nachmanides usw. nähme auf den Vers Deut. XI, 13 als Toragebot, täglich zu beten14). Diese Gegenüberstellung lehrt: unbeschadet der prinzipiellen Tendenz des Maimonides, den Midrasch nicht als Beweis für den toraitischen Charakter des betreffenden Gebotes zu betrachten, und des Nachmanides, ihn wohl als solchen gelten zu lassen, gibt es Gesetzesbestimmungen, denen Nachmanides den toraitischen Charakter abspricht, trotzdem nirgends im Talmud ausdrücklich bemerkt wird, der Midrasch sei nur eine Anlehnung, und andererseits hält Maimonides sie für Torageböte, obwohl sie von unseren Weisen nicht ausdrücklich als solche bezeichnet werden. Das entscheidende Merkmal kann also nicht nur in der ausdrücklichen Charakterisierung seitens unserer Weisen liegen, sondern es kommt auch in Betracht, ob aus der Behandlung einer Gesetzesvorschriffc an den verschiedenen Stellen im Talmud hervorgeht, dass unsere Weisen sie als toraitisch oder rabbinisch ansehen.15) Ob dieses der Fall ist, darüber werden manchmal Meinungsverschiedenheiten herrschen. Diese können — wie in den angeführten Beispielen — in Einzelfallen die Auswirkung der prinzipiellen Stellungsnahme ganz zurücktreten lassen. Wenn nun Maimonides schreibt, dass für Zuerkennung des toraitischen Charakters an ein Gebot eine dieses bestätigende Bestim- 14) מצות ןשה להתפלל בבל יום שב׳ ועבדתם את ד׳ נו׳ מפי השמועה למדנו שעבודה זו היא תפלה שב׳ ולעבדו בכל לבבכם אמרו חכמים איזו היא עבודה שבלב זו תפלו; vgi. hierzu Kesef Mischne z. St. 15) Wenn Halevy meint, es gäbe in der Auffassung der Bedeutung des Midrasch für die Halacha überhaupt keinen Unterschied zwischen Maimonides und Nachmanides (S. 504), dieser habe sich nur ungenau ausgedrückt (S. 506 רק מפני שרבנו הרמב״ן ז״ל דבר על זה דרך אנב לא דקדק בלשונו כל עיקר), die Charakterisierung eines Gebotes als toraitisch oder rabbinisch hänge auch für ihn lediglich von der Ueberlieferung ab (8. 519), so geht er u. E. zu ,weit. Mit den (Note 6 zitierten) Worten ולפי זה הראוי שנאמר בהפך שכל דבר שהנדרש בתלמוד בא׳ מי״ג מדות הוא מדאורייתא עד שנשמע אותם שיאמרו שהוא אסמכתא hat doch Nachmanides nicht nur seine Ansicht klar ausgesprochen, sondern sie auch in voller Absicht der de3 Maimonides gegenübergestellt.