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Jeschurun · 1924-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1924) · p. Seite 356

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1924)
Date
1924-07-01
Page
Seite 356 (sequence 50)
Language
German
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356 Die Ansichten des Maimonides. und Nachmanides usw Die Ansichten des Maimonides und des Nachmanides über die Bedeutung* des Midrasch für die Halacha. Von Dr. M. Auerbach, Berlin. Eine der theoretisch wichtigsten Fragen der talmudischen Literatur ist die über die Bedeutung des Midrasch für die Halacha. Wir verstehen hierbei Midrasch in seinem Ursprungliehen Sinn der halachischen Schriftforschung. Ist der Midrasch das Primäre oder die Halacha? Zweifellos gibt es viele Halachot, die ganz unabhängig von dem Schriftverse sind : die sinaitischen Halachot, הלכות למשה מסעי, ebenso auch die meisten rabbinischen Ge- und Verbote מצווח ואיסורים דרבנן, von denen manche allerdings in Anlehnung an den Schriftausdruck erlassen wurde; keinesfalls sind sie aber die Absicht des Verses. Unsere Frage beschränkt sich lediglich auf die eigentlichen Toragebote ,מצוות מן התורה welche an zahllosen Stellen der talmudischen Literatur aus dem Verse abgeleitet werden oder es scheinen. Wem dio Frage zum ersten Male gestellt wird, ist leicht geneigt, ohne weiteres, den Midrasch als das Ursprüngliche zu betrachten, da doch die Halacha mit seiner Hilfe aus dem Verse gefolgert werde. Eine nähere Betrachtung zeigt aber Schwierigkeiten: Bei vielen Bestimmungen, die tief in das tägliche Leben eingreifen und über deren toraitischen Charakter keinerlei Meinungsverschieden* heiten herrschen, finden sich hinsichtlich ihrer Ableitung aus dem Schriftverse zahlreiche Kontroversen. Es ist doch schwerlieh anzunehmen, dass die verschiedenen Tannaiten und Amoräer schon eine zweifellos vor ihren Lebzeiten als toraitisch geltende Halacha erst dann anerkannten, oder auch nur sie erst dann als Toragebot betrachteten, nachdem sie einen ihnen einleuchtenden Midrasch gefunden hatten. Als Beispiel diene איסור בשר בחלב. Sicherlich hat niemals ein Tanna oder Amora geglaubt, daB in Milch gekochte Fleisch eines Haustieres dürfe gegessen

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