Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1924)
- Date
- 1924-07-01
- Page
- Seite 336 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2292929-2293027-2293031--07083-2300365- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
336 Einige messianologisehe Vorstellungen usw. Jeremias sagt: Höret das Wort Gottes Haus Israel (II, 4) Jesajas ruft aus: Wohlan das Land der Chaldäer, dieses Volk war niemals ein Volk (XX1II,24). Israel wird als ״Haus Jakob״ angeredet selbst nach dem Falle des Tempels, in der Emiedrigung und im Exile. Alle Gewässer der Meere können nicht löschen die Liebe Gottes zu seinem Volke. Die ״vielen Gewässer״ sind die Völker der Welt. Sie können die Liebe Gottes zu Israel nicht löschen, unterdrücken, aus der Welt schaffen. (Cant. r. VIII, 7 anonym, Exod. r. c 49, Num. r. c. 2 im Namen des R. Samuel b. Nahmani). Die Völker der Welt, die Chaldäer, sind selbst in ihrer Erhöhung kein Volk Gottes (Pesikta r. 11,7 ah, vgl. 66 a. Lev. r. 27). Wenn wir beachten, welchen Anteil R. Samuel bar Nahmani an der Widerlegung des gefährlichen Dogmas von der Verwerfung Israels nahm, so können wir nicht fehlgehen, wenn wir auch in dem eigentümlichen messianologischen Lehrsätze dieselbe Idee wieder finden. Die Zerstörung Jerusalems, des Tempels, des heil. Landes war keineswegs ein Zeichen der Verwerfung, sondern ein Tag der Sündenvertilgung, der Geburtstag des Messias. Ein neues Kapitel in der Geschichte Israels* Der Anfang der glorreichsten, wenn auch überaus traurigen Zukunft. III. Der Grundgedanke der von R. Samuel b. Nahmani vorgetragenen Lehre ist schon im zweiten Jahrhundert nachweisbar. R. Simon ben Jochai dichtet einen Dialog zwischen Gott und David. Gott sagte zu David: Alles Blut, das du vergossen hast, ist vor mir wie dargebrachte Opfer, cf. I Chron. 22, 8. R♦ Simon ben Jochai sagte: Wo das Wort לפני gebraucht wird, ist ein Hinweis auf die Opfer zu sehen, vgl. Lev. 1,5. Da entgegnete David : Wenn dem so ist, d. h. es trifft mich keine Schuld infolge des vergossenen Blutes, warum darf ich nicht das Heiligtum erbauen? Gott antwortet: Wenn du das Heiligtum erbauen würdest, so würde es ewig bestehen und niemals zerstört werden. David entgegnet: Um so besser! Gott sagte hierauf: Ich sehe in die Zukunft, dass Israel einst sündigen wird, da schütte ich meinen Zorn aus über das Heiligtum und