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Jeschurun · 1924-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1924) · p. Seite 332

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1924)
Date
1924-07-01
Page
Seite 332 (sequence 26)
Language
German
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332 Einige messianologische Vorstellungen usw. fassung der Geschichte richtig ist, wollen wir hier nicht untersuchen. In einem Punkte mag der Verfasser des Buches: ״Ursprung und Anfänge des Christentums״ wohl recht haben, wenn er behauptet: der Sieg des Christentums über die konkurrierenden Religionen ist in Wirklichkeit ein Sieg des Heidentums über das Christentum gewesen. Die Wahrheit dieses Satzes wird so klar, wenn man bedenkt in welchem Masse und mit welcher Wucht die Väter der Kirche die gehässigen, antisemitischen Schlagwörter in ihr Glaubensbekenntnis, in ihre Exegese und Polemik eingebürgert haben. Das Dogma von der Verwerfung Israels wurde von den Kirchenvätern und -lehrern übernommen zum Zwecke der antijüdischen Propaganda und zur Stärkung der Kirche. Es ist daher nur natürlich, dass die Lehrer des drittem Jahrhunderts mit intensiver Kraft, sich mit diesem Probleme befassen. Es gibt keinen bedeutenderen Agadisten in dieser Zeit, der nicht diese Frage berührt. R. Hanina ben Hama wird in Sepphoris von einem Bibelkundigen mit Fragen gequält. Er wirft dem Rabbi vor: Ihr seid doch unrein! (cf. Lam. 1,9) d. h. Gott ist nicht unter euch, denn ihr seid ein unreines Volk. Der Schriftgelehrte liest ihm Lev. 16,16 vor, wo es heisst: Er bleibt unter ihnen selbst in der Mitte ihrer Unreinheit (b. Joma 57 b) R. Hoshaja, der in Caesarea blühte und angeblich mit dem Kirchenvater Origenes verkehrte, verdanken wir die Bemerkung, dass die Verbreitung der Juden unter den Völkern kein Zeichen der Ungnade sei, sondern der grössten Gnade. Dadurch hat Gott die immerwährende Existenz Israels gesichert. Wenn Israel in einem Lande verfolgt und unterdrückt ist, findet es eine Zuflucht oder Schutz in einem andern Lande (b. Pesachim 87 b). Wie oft hat sich dieser alte Satz bewahrheitet! Wie wahr sind diese Worte noch heute! Ein Lehrer in Lod, R. Joshua ben Levi, nimmt zweimal Gelegenheit, diese Frage zu besprechen. Er sieht in Jes. 49,14 eine Frage Israels an Gott: Hast du, 0 Gott, wirklich Zion verworfen und vergessen? (Lam. r. V. 20). In Cant. 1,13 (Er soll lij&gen die ganze Nacht zwischen meinen Brüsten) ist

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