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Jeschurun · 1924-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1924) · p. Seite 331

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1924)
Date
1924-07-01
Page
Seite 331 (sequence 25)
Language
German
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Einige messianologische Vorstellungen usw. 331 durch die Geschichte des jüdischen Volkes gezogen. Das jüdische Volk hat aulgehört zu existieren und ist von seinem Gott ver- ,worfen. In unserer Zeit, die gewiss nicht so religiös fühlt, wie die Juden vor 20 Jahrhunderten, die die Ursachen ihres Völkersieges oder Niederganges mehr auf der Erde, als im Himmel sucht und findet, würde vor diesem Urteile nicht weniger erschüttert und betroffen dastehen, als die Juden Palästinas nach den Niederlagen in den Jahren 68 und 135. Die Propaganda gegen das Judentum musste die Lehrer des Volkes zu eifriger Tätigkeit anspornen. Dieser Polemik verdanken wir mehrere agadische Lehrsätze, die gewiss durch die Bestrebungen der Apologeten in den Synagogen und Lehrhäusern entstanden sind. Wir meinen die schärfere Betonung der Lehre von der Ewigkeit Israels. Wie Gott unaufhörlich ist, so ist auch sein Volk ewig. Ferner, wohin immer Israel wandert, ob nach Aegypten oder Babylonien, Persien oder Medien, Syrien oder Elam, Griechenland, oder Rom, Skythien oder Britannien, Gott wandert mit ihnen, begleitet sie, wohnt in ihrer Mitte, in ihrem Häusern und in ihren Versammlungen. Drittens, die Lehre, dass die Gebete, das Studium der Lehre und das Wohltun, als Ersatz für Opfer anzusehen sind; das Lehrhaus, das Geböthaus und die Frömmigkeit im Wohnhause vertreten Palästina und Jerusalem, Priester und Tempel. Israel bleibt und ist das wahre Israel. Diese und ähnliche Doctrinen sind als die Grundprinzipien der jüdischen Apologetik anzusehen. Sie reichen alle zurück ins erste Jahrhundert, werden im zweiten Jahrhundert wiederholt und vertieft. Ihren* Höhepunkt erreichen sie aber erst im dritten und vierten Jahrhundert. Es ist heute allgemein bekannt, dass die christliche Polemik gegen das Heidentum ihre Waffen aus jüdischen Quellen geholt hat. Tatsächlich stimmen die jüdischen, hellenistische wie palästinensische, Angriffe auf das Heidentum mit den Christliehen vollkommen überein. Eduard Meyer stellt den heidnischen Proselyten das Armutszeugnis aus, dass sie durch den Aberglauben im Judentum©, und nicht infolge der jüdischen Religion angezogen, das Judentum angenommen haben. Ob diese Auf-

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