Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1924)
- Date
- 1924-07-01
- Page
- Seite 329 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Einige messianologische Vorstellungen usw. 829 abgewandt habe; der Tannait, den man selten in Verlegenheit bringen konnte, antwortete auch pantomimisch, dass die Hand Gottes noch immer über Israel schützend ausgebreitet sei (b. Hagiga 5 b, vgl. Marmorstein: Les ״Epicuriens״ dans la litterature talmudique in R. E. J. LIV, 183. Diese Zeichendisputationen haben sich bis ins XIX. Jahrhundert erhalten und sind folkloristisch oft behandelt worden). Im zweiten Jahrhundert hat sich R. Dose ben Halafta in Sepphoris, wo zwar keine Christen wohnen durften, aber heidnischer Einfluss stark bemerkbar war, mit diesem Problem beschäftigt. Er sieht in den Juden seines Zeitalters eine Königstochter, die von ihrem zürnenden Vater aus dem Palast vertrieben worden ist. Die Tochter ist in Ungnade gefallen, aber ihre Kinder werden mit Zeichen der Liebe umgeben. Gott beschützt und beschirmt Israel auch in der Fremde, verstossen und vertrieben aus dem väterlichen Hause. (Exod. r. 30,5) Das Exil ist keineswegs ein endgültiger Beweis für die Verwerfung Israels. In einer Legende, die in allen Einzelheiten, wie die meisten Legenden, eine apologetische oder polemische Tendenz aufweist, wird eine Begegnung des Tannaiten K. Dose mit dem Propheten Elijah geschildert. Diese Begegnung findet statt in einer der Ruinen Jerusalems, wo der Prophet den Schriftgelehrten belehrt, dass Gott bitter weint wegen seiner Kinder, die vom väterlichen Tische vertrieben worden sind und sehnsüchtig auf ihre Rückkehr in ihr Heim wartet! (b. Ber. 3b). Was bezweckten die Alten mit Legenden dieser Art? Gewiss, nur die Widerlegung der häufigen Lehren der Gegner und Feinde Israels, die mit Wonne und Schadenfreude die Lehre von Israels Verwerfung predigten. Wenden wir uns nun zu ß. Meir, der um dieselbe Zeit in Tiberias lehrte! Wir gewinnen die Ueberzeugung, dass dieser Gegenstand den Hauptgesprächsstoff zwischen Juden und Heiden bildete. Hier, in Tiberias, kann auch von christlichem Einflüsse, um diese Zeit keine Rede sein. Wir haben uns eine heidnische Umgebung zu denken. Ein römischer General, der gewiss Heide gewesen ist, sagt es dem R. Meir ganz offen: