Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1924)
- Date
- 1924-07-01
- Page
- Seite 328 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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828 Einige messianologische Vorstellungen usw. betrat, den Vorhang mit seinem Schwerte zerschnitten hat: Ist Er ein Gott, so möge Er hierher kommen und seine Missbilligung kundgeben oder mich an meinem Tun hindern! (Sifre Deut. § 328). Neben diesen Gedankengängen finden wir besonders den Satz betont, dass Gott Israel verlassen hat. Diese volkstümliche Vorstellung wird besonders lebhaft betont. Wir haben einen Dialog zwischen einem Philosophen und R. Gamaliel II über diesen Gegenstand. Ein talmudischer Bericht weiss von einem Zeichendisput, der dieses Problem behandelt zwischen R. Joshua ben Hananja und Epikuräern. Der Dialog des R. Gamaliel ist im babylonischen Talmud nur kurz angedeutet, die palästinensischen Midrashim haben hier, wie 80 öfter in ähnlichen Fällen, die ursprünglichere Form erhalten. Der Philosoph beginnt seine Fragen mit Verwunderung, dass die Juden noch immer an dem Glauben und an der Hoffnung festhalten, Gott werde zu ihnen zurückkehren und sie von allen Ecken und Enden der Erde, aus allen Ländern des Exils in die alte Heimat zurückführen. Nachher befragt er den Patriarchen, ob die Propheten als wahre oder falsche Propheten an- Zusehen seien. Der Philosoph gehörte zu den Heiden, die wahrscheinlich in griechischer Sprache die Bibel kannten, und zeigt an der Hand von Hosea 5, 6, dass die Juden ausziehen werden mit ihren Schafen und mit ihrer Herde den Herrn zu suchen, ihn aber nicht finden werden, denn er hat sich von ihnen abgewandt. Nachdem er sich von ihnen weggewandt hat, wie kann er zurückkehren? R. Gamaliel verweist den Philosophen auf Deut. XXV, 9 und beweist, dass wir Juden uns von Gott nicht abgewandt haben und Gott jederzeit die Wahl frei steht zu uns zurückzukehren (b. Jebamoth 102 B, Midrash Psalmen ed. Buber p. 97, die vollere Version aus dem Midrash ha- Gadol s. bei Bacher, Agada der Tannaiten 12 p. 82 und Büchler, die Minim von Sepphoris und Tiberias in Hermann Cohen’s Judaica p. 280). R. Joshua ben Hananja disputierte sehr oft mit Heiden, wie die rabbinischen Dialoge es bezeugen ♦ Einst stand er vor dem מKaiser“ und ein Epikuräer zeigte ihm pantomimisch, dass Israel ein Volk sei, von welchen Gott sich