Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1924)
- Date
- 1924-07-01
- Page
- Seite 327 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Einige messianologische Vorstellungen usw. S27 sein Land der Verwüstung durch fremde Armeen, sein Volk den Sklavenhändlern preisgegeben hat, der Gewalt Roms unterlegen ist. Diese Geschichtsphilosophie des Heidentums und des Imperialismus wird von bekannten und anonymen Agadisten stets wiedergegeben. Zum Verse 1 des VI. Kapitels im Hohen Liede, Wohin ist dein Freund gegangen? bemerkt ein Agadist: Die Nationen der Welt fragen uns Juden: Wohin ist dein Gott gegangen? Von Aegypten zum Meere, vom Meer zum Berge Sinai; wohin ist er jetzt gegangen? Die Gemeinde Israels antwortet: Euere Fragen sind sinnlos! Ihr habet keinen Anteil an Ihm. Ich hatte einen Bund mit Ihm geschlossen, so steht es mir frei den Bund aufzuheben. Er hatte einen Bund mit mir, so kann er denselben auflösen. Wie dem auch sei; wo immer Gott ist, so wird er zu mir wieder zurückkehren, wo immer ieh bin, Gott ist mit mir, und mit keinem ausser mir (Cant. r. VI. 5). Wer könnte aus dieser Homilie nicht herauslesen, dass die Völker der Welt die Juden neckten; ״Gott hat euch verlassen! Er ist nicht mehr mit und unter euch! Er hat sich ein anderes Volk erwählt. Noch deutlicher hören wir diese Zeitstimme in einer anderen Homilie. Israel ist mit einem Manne zu vergleichen, der infolge seines Gebrechens nicht gehen kann. Die Völker der Welt quälen ihn mit den Worten: Wo ist denn dein Gott? Warum hilft Er dir denn nicht? Israel antwortet: Der Tag wird erscheinen, wann Gott sich der Welt von Neuem offenbaren, und mir den Gebrauch meiner Füsse wieder herstellen wird, wie es heisst: Mein Geliebter sprach zu mir und sagte: Steh auf, mein Freund, und komme hinweg!“ (Cant. II, 10, Pesikta rabbati, ed. Friedmann, 161B). Tinäus Rufus sagt es den Märtyrern von Lod, Lullianus und Pappus ins ״Gesicht: Er, d. h. Gott, kann euch nicht retten, wie er einst die drei Jünglinge gerettet hat, denn Er ist bereits altersschwach, wie es heisst: Der Herr sieht nicht und der Gott Jacobs versteht nicht! (Ps. 94, 7, Sifra Emor 9, EccL r. 3, 6, B. Taanith 18 B, Semahoth c. 9, EccL zutta p. 98). Titus äussert sich, nach einer Legende die im Namen des R. Nehemia wiedergegeben wird, als er das Allerheiligste