Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1924)
- Date
- 1924-07-01
- Page
- Seite 325 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Einige messianologische Vorstellungen usw. 325 (die Klagelieder) sind besser als die vierzig Jahre von Jeremias’ prophetischer Wirksamkeit, denn durch die Klagelieder haben die Israeliten völlige Schuldenvertilgung für ihre Sünden erhalten.“ Eine vierte Variante in Midr. Esther r. Einl. c. XI liest: Er sagte ihnen, auch diese Stelle deutet nicht auf ein Unglück hin, sondern auf ein frohes Ereignis, denn an diesem Tage wurde der Messias geboren und Israel erhielt die Diese Version weiss also von zwei freudigen Ereignissen, die anlässlich der Zerstörung des Tempels stattgefunden haben. Erstens die Geburt des Messias, und zweitens die Schuld- Vertilgung. Diesen Satz des ß. Samuel bar Nahmani finden wir auch in agadischen Exzerpten, die Raymundus Martini in seinem Pugio Fidei, ed. Paris p. 279—280 mitteilt. Die erste Quelle wird als Bere.schit Rabba priori, die zweite allgemein als Bereschit Rabba bezeichnet. Abraham Epstein hat in seiner Studie über Bereschit-Rabbati, Berlin 1888 p. 15 (S. a. aus dem Magazin f. W. d. J. 1888) bewiesen, dass beide Stellen in der Prager Handschrift des Bereschit Rabbati p. 84 zu finden sind. In der ersten Stelle beweist R. S. b N. aus Jes. 66, 7, dass der Messias am selben Tage geboren wurde, an dem die Zerstörung stattgefunden hat. Den Nachrichten Epsteins verdanken wir die Kenntnis, dass diesem Satze die Lehre von der dizoyr^ vorangegangen war. Ausführlicher wird die Geschichte von der Geburt des Messias im zweiten Exzerpt dargetan. Für unsern Zweck genügt es festzustellen, dass der Messias in Betlehem am Tage der Tempel- Zerstörung geboren wurde. Er verlebt seine ersten fünf Jahre als Wechselbalg, 400 Jahre im Meere, 80 Jahre mit den Korahiden, 80 Jahre am Tore Roms. An sieben Stellen der agadischen Literatur begegneten wir der Lehrmeinung des R. Samuel bar Nahmani, dass der Tag der Tempelzerstörung ein Tag der grössten Freude für Israel gewesen sei und der Geburtstag des Messias sei. Die letztere Vorstellung wird auch im pal. Talmud (Berakhoth 5 a) und Midrash Lam. v. (5,1 ed. Buber p. 89) in legendarischer Weise geschildert. Diese Tatsache erscheint uns recht auffallend! 2