Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1924)
- Date
- 1924-07-01
- Page
- Seite 323 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Einige messianologische Vorstellungen usw. 323 Einige messianologische Vorstellungen des dritten Jahrhunderts neu beleuchtet. Von Prof. Dr. A. Marmorstein, London. Der Name und die Person, der Ursprung und das Leben, die Tätigkeit und der Zweck, der Aufenthaltsort und das Erscheinen des Messias waren oft Gegenstand der agadischen Betrachtung oder Mittelpunkt der homiletischen Aufmerksamkeit. So wie sie einst niemals der Aktualität oder des Interessanten entbehrten. 80 rufen sie auch noch heute willkürlich die Neugierde hervor und beanspruchen eine erneute Behandlung desAgadaforschers, einerlei ob historische Motive oder theologische Zwecke ihn leiten. Diese Aussprüche und Erzählungen verraten nämlich, selbst in ihren dunkelsten oder unverständlichen Formen recht bemerkenswerte Hinweise auf geistige Strömungen der Zeit, der sie entsprungen sind. Ja, gerade sie sind geeignet, uns einen tieferen Einblick in die treibenden Kräfte eines furchtbaren geistigen Kampfes zu gewähren, welcher entweder aus dem Innern der Gemeinde entstanden, oder aus dem lauten Getriebe des Marktes und der Strassen, in die heilige Ruhe der Synagogen und Lehrhäuser eingedrungen sind, um dort drohend und verheerend das Selbstbewusstsein oder den felsenfesten Glauben der Gemeinde zu erschüttern. Wir sind berechtigt in diesen Aussprüchen der Agadisten, wie, mehr oder weniger, in der ganzen agadischen Literatur das Spiegelbild der zeitgenössischen Bewegungen, zu denen leider gar zu häutig der Schlüssel fehlt, zu sehen. Wir beabsichtigen hier einige messianische Vor- Stellungen, die dem dritten Jahrhundert angehören, zu erläutern und zu beleuchten. I. Eine agadische Tradition hat sich über die Bedeutung des Verbs ויהי in den erzählenden Stücken der Heil. Schrift erhalten. Die Tradition war babylonischen Ursprungs und hat sich in verschiedenen Rezensionen erhalten. R. Hijja bar Abba berichtet, dass, nach R. Jochanan, ויהי immer auf ein