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Jeschurun · 1924-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1924) · p. Seite 321

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1924)
Date
1924-07-01
Page
Seite 321 (sequence 15)
Language
German
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In den Spuren der Jir’a 821 Abgrundtiefe des Golus und rüttelt uns auf aus dem Schlummer. Manchmal kommt über uns auch ein guter, der herab vom Himmel steigt und sich an den Augenlidern bricht. Doch weder dieser noch jener hat genug Lebenskraft in sich, um zu erwecken, aufzuhelfen, zu erheben und auf den Weg zu führen. Der Heilige gelobt sei Er sprach zu unserem Stammvater: ״Fürchte dich nicht, Abram!“ Man sagt nur dem ״fürchte dich nicht“, der ein wahrer G’ttesfürchtiger ist (תנא דבי אליהו)/ Wer in den Spuren der Jir’a gewandelt, bis dass er kam zum Born ihrer Wahrheit, er wird auch jetzt im Innern der Seele hören den grossen, den gütlichen Ruf: Fürchte dich nicht und lass nimmer ab! Sei nur in deinen Augen nicht arm und nimmer bei andern bescheiden. Reichtum erwirb für dich selbst, auf dass du andere beglückest. Geh’ zu den Bürgern der Erde und rufe gleich deinem Urahn, als Nimrod lebte, G’ttes gütigen Namen an. Pflanze den Irrenden Eichen und bete für Sdom und Amora! Und wenn du dann zur jüdischen Gemeinschaft kommst, so steig’ nur hinauf auf die Tribüne — und sollte es auch eine politische sein, eine parteiliche - und rufe von dort herab zum Volke, dass es sein Herz erneuere; dass es dies aufschliesse mit seiner Thora und hineinlege Liebe und Jir’a (So, mit diesen einfachen Worten). Möge man doch endlich diese geraden, klaren Worte hören ohne Phrase und Stichelei, herab von jeder hohen Bühne in jedes jugendliche Herz. Damit man wisse, wissen lasse und einander zu wissen gebe, dass unser System nur eines ist: יראה ומעשים טובים. Das heisst: Das Judentum der Thora und der Gebote strebt dahin, die Massen des Volkes auf eine solche Stufe zu erheben, dass sogar jeder verwerfliche Gedanke von Fehltritt und Torheit in ihnen nicht aufkommen kann. Dass sich bilden und heranwachsen Männer und Frauen, die wirklich fromm sind, ruhig und heiter, heilig und schön, voll Kraft des Glaubens und fern von Uebereilung und ihrem eitlen Gefolge, dem Frieden lebend und das Ewige liebend.

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