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Jeschurun · 1924-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1924) · p. Seite 320

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1924)
Date
1924-07-01
Page
Seite 320 (sequence 14)
Language
German
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3‘20 In den Spuren der Jir’a andere Antwort geben auf die Frage des ״Wann״ als die, welche der alte Hiliel gab: ״Wenn nicht jetzt — wann denn״?! . . . * Jetzt. Sofort. Sofort — und für ferne Zeiten. ״Denn plötzlich werde ich ja fühlen können die ganze Schwere des Gleichmuts, der auf mir lastet, das willige Ertragen von Fehler und Krümmung, das willige Ertragen von Tand und Frevel. Und mit einem Male werde ich doch von mir abwerfen können diese schmerzende Last, werde mich aufrichten und das Haupt erheben können, Schritte zu tun vermögen in Macht und Zuversicht, rein und frei. Wer hindert mich? Ich kann es doch.״ Es möge doch der Mensch diese einfachen Worte sagen zu seiner Seele. So mögen die Völker sprechen. So rede Israel. VI. Und nun, nicht der Hochmut ist unser Gegner, sondern^ die Demut. Demütig sind wir geworden, ohne Macht, unsere Seelen wie Witwen. Ohne Stütze und ohne Zuversicht, ohne Kraft des Bewusstseins. Dies ist nicht die echte Bescheidenheit; sie ist eigentlich Trägheit, die dem Gleichgültigen eigen, Gleichgültigkeit, die in Trägheit ihren Ursprung hat. Zu Armen in den Gütern des Geistes sind wir geworden und mit dem Unsrigen zufrieden. So freut sich der Jude Litauens mit dem Ruhm seines Lernens, der Jude Polens mit der Pracht seiner Mystik und dem Blitzen seines Piipui, der ihm eigen, der Jude Ungarns mit dem Feuer seiner Thoraleidenschaft und der Nüanclerung seiner סוג״ות und der Jude Deutschlands mit der gewissenhaften Erfüllung der מצות und der Pflege der Wissenschaft, die ihm eigen. Und uns allen gemeinsam ist, dass wir uns mit Wenigem begnügen, dass wir sorglos und jeder mit dem Seinen zufrieden dahinleben und ruhig schlafen. Es trifft sich, dass ein böser Traum uns überkommt, steigt auf aus der

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