Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1924)
- Date
- 1924-07-01
- Page
- Seite 319 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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In den Spuren der Jir’a 319 Jeder Mensch mit klarem Verstand kann sich erinnern (wenn sein Herz mit ihm ist) an den lebenspendenden Augenblick jenes grossen ״Tages,“ an dem er ״selbständig wurde“ (:חולץ ז), stand und sich erhielt. Mancher erwirbt dann eine Welt in einem Augenblick und mancher in vielen Jahren —* aber dieses Erwerben zieht sich in die Länge, entsteht allmählich, von heute bis nach dreissig, von heute bis nach sechzig Tagen — und sein Ganzes hat Wirkung erst dann, w׳enn der Augenblick gekommen. Doch warte nicht auf seine Ankunft Wenn er zögert — harre nicht sein. Manchmal zieht sein Weg sich über das Mass in die Länge: Von heute bis nach einem Zusammenbrechen, von heute bis nach Ablauf von vielen Jahren ... und grosse, gar grosse Angst muss man haben vor dem Wege ״von heute bis nach dem Tode“ . . . lasst uns nicht warten auf ihn bis wir zuschanden werden — zuschanden werden für immer und ewig . . . gerüstet wollen wir ihm entgegen ziehen wie Krieger! Und wenn er nicht da ist — wollen wir ihn schaffen. ״Wenn Gerechte wollen, schaffen sie eine Welt“ — wenn sie wollen . . . Man erzählt von dem Wilnaer Gaon: Jeder, der ihn beim Empfange des Sabbats ausrufen hörte: היי ו ם אם בקילו תשמעו״“ — wurde sogleich zu einem בעל תשובה. Heute! Im Augenblick! Sogleich — und für ferne Zeiten. Aber wann wird dieser Augenblick kommen? Wann wird er gesucht, wann gefunden werden? — so fragt man in jeder Generation. Und jedes Geschlecht antwortet auf diese Frage mit grösserer Resignation als das vergangene: ״Wer weiss“ ... Doch eins weiss ״ich“! Dass diese Antwort nur genügt inbezug auf die ganze Menschheit oder auch inbezug auf das ganze Israel. Denn das Individuum, der einzelne, der hier diese einfachen Zeilen schreibt oder der sie liest, kann er eine