Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1924)
- Date
- 1924-07-01
- Page
- Seite 310 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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310 In den Spuren der Jir’a wenn das Alte, das Fundament seines Lebens, älter wird und krank, ohne Halt und ohne Pflege, schwächer wird, sinkt und sinkt . . . Nur Wenigen gilt mein Wort. Noch gibt es solche in Judas Lager. Noch trägt die Welt Kinder vom Geiste R. Jisroels, die den Fusstapfen der Jir’a nachgehen, um zu erkunden, woher sie wohl kommen mag. I. Profan ist das Leben. (Für die meisten Menschen). Heilig der Gedanke. Und die Sprache ist Hand dem Heiligen, Ergreifet ihn, um auf Taten ihn zu setzen. Um zu bessern, zu heiligen. Doch die Hand! — sie ist verschieden. Eine, die gross ist, gross und voll und offen. Eine, anders als diese, schmal, karg, verschlossen. Wer die Hand weit öffnet und gibt, in Hülle und Fülle, der wird am Ende auch Sättigung bringen. Wer sie nur halb aufmacht, mit Hangen und Bangen, der gibt nur zu kosten. Und was hilft das? Der Einsatz ist manchmal grösser als der Gewinn. In verborgener Höhe, keusch und verhüllt wohnt der Gedanke, der reine, und betet im Herzen: *Lass mich doch, 0 Gtt, in die erste Hand fallen, die grosse, denn Grosses vermag sie, in die andere Hand aber möge ich nicht fallen״. Dies Gebet — gar oft findet es keine Erhörung. Der Gedanke, der reine, er fallt doch in die zweite, die karge Hand — seine Stimme wurde nicht gehört. Gross ist dann sein Verlust, unsagbar sein Schmerz. Ein Mächtiger der Erde, der verstummen musste. Wer gleichet ihm unter den Herren des Willen — und wer ist wie er unter den Stillen . . . Und noch eine Hand, eine dritte. Sie überragt wohl die zweite, doch an die erste reicht sie nicht heran. Das ist die durchsichtig-verhüllte Sprache. Durchsichtig im Inneren, verhüllt nach aussen. Sich selbst und all’ denen, die sie erfasst, ist sie weit, ist sie offen; und den anderen, die wohl ihr Antlitz schauen,