Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 305 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
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Telschi 305 Lobliedes, ja, ein Haydn bekannte, als er es in musikalische Formen goss, eine überirdische Macht habe ihm Kraft gegeben, David nachzusingen. Ein Beethoven schuf dieses Lied zu einem machtvollen Chore um, Beethoven, der zu den Wenigen unter den Völkern gehört, die sich trotz äusserer und innerer Not bezwingen und Irdisches abstreifen, erheben — aber auch er kam nur bis zum Wunder der Sonne, vor den Gesetzen G’ttes, die süsser sind als Honig machte auch er Halt, gleich als ob er vor einem verschiossenen Garten stände. Doch David, unser König, sah um sich u n d in sich, sah den gestirnten Himmel über sich und seine vom Thoragesetz geläuterte Seele in sich, er pries GUt, dessen Thoraschöpfung noch grösser ist als Seine Welten Gründung. Nur so können wir Juden G’tt und die Welt begreifen, wenn Israel mit der Thora seinem Herrn sich zu nähern sucht — nur dann ist Israel ein G’ttesstreiter, nur dann ist Israel, Thora und der Heilige gelobt sei Er eine Einheit. ״Die Juden! Sie leben noch immer!“ Ist es wahr? Leben wir noch? Ja! Doch wie! Die Einen, die Söhne der Thora, die ihr Ganzes dem Ganzen geben — ihr Körper leidetv unter den grossen Entbehrungen. Die Anderen, die sich ihre Brüder nennen, lassen sichs gut gehen und denken garnicht an die Söhne Judas, die Blut von ihrem Blut und Fleisch von ihrem Fleische sind. Brüder! Wenn wir unser Lernen auf ein kleines Mass beschränken, wenn wir schon nicht den Anspruch erheben können, uns Söhne der Thora zu nennen, wollen wir auch auf den Namen ״Söhne Israels״ verzichten, Söhne eines Volkes, die einander wie Brüder helfen? Haben wir etwa vergessea, dass nur die Thora es war, die uns durch Feuer und Wasser getragen, die Thora und ihr Heim, die Jeschiwa? Ist uns wirklich das Lob der Thora, von der wir täglich sagen, sie sei uns Lebensfreude, Lebensdauer — ist das alles uns Name nur und Schall und Rauch? Brüder! Wenn nur eine Kohle jener Glaubensglut der Thorajünger in uns glühen würde, ein Funke nur Ton jenem G’ttvertrauen — er würde glühen und entfachen ein Feuer in