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Jeschurun · 1924-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1924) · p. Seite 304

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1924)
Date
1924-05-01
Page
Seite 304 (sequence 84)
Language
German
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304 Tehchi der besseren Kreise der Thora zu erhalten. Viel bedeutsamer ist die Neueröffnung des orthodoxen Lehrerseminars in Telschi, zu der sich R. Josef Leib Bloch aus der gleichen Erkenntnis heraus entschloss, trotz mannigfacher Schwierigkeiten, die zu besprechen hier nicht der Ort ist. Durch Thora gebildete Lebensklugheit und glaubenglühendes G’ttvertrauen — das sind die Fittiche zu grossen jüdischen Taten, und der Telscher Raw hat sich ihrer bedient und die errungenen Erfolge beweisen, dass G’tt mit ihm war und ist und das Werk seiner Hände segnet. G’ttvertrauen! Diese Tugend sie ist kein leerer Schall, der Mensch kann sie üben im Leben! Wer diesen Mann, dem das litauische Judentum soviel zu danken hat, diesen Grossen der Thora, diesen Philosophen der Logik sab, der war auch stets ergriffen von der Macht seines Glaubens und Vertrauens. G’ttvertrauen heisst auch das Lebenselexir seiner Schüler. Mag ein Jeschiwobochur auch im Zweifel darüber sein, ob ,er am Mittag sein Essen findet, ob er des Nachts sein Bett zur Ruhe hat — so arg liegen zur Zeit die Verhältnisse in Telschi und den meisten litauischen Jeschiwoth — er wird dennoch das Wort G’ttes lernen, ja, er lernt mit noch grösserem Willen — denn nur dies ist die Thora, für die man in ihrem Zelte zu sterben bereit ist! König David fühlte diese Wunderkraft der Thora, die jeden, der sich ihr hingibt, wie mit Zauberkraft an sich zieht, sodass er mit ihr lebt und stirbt, er fühlte dieses g’ttliche Wunder, als er nach dem erhabenen Lobliede G’ttes in der Natur3), nach der Schilderung der alles erleuchtenden Sonne sogleich das Loblied auf die g’ttliehe, makellose Thora anstimmte. Denn wenn uns die Scharen des Himmels, ihr wundersamer Ursprung, ihr geheimnisvolles Wirken in Staunen versetzt — grösser ist das Wunder der Thora, die die Seele labet und sie der G’ttheit nahebringt, den Körper und seine Bedürfnisse auf ein Mindestmass herabsenkt, grösser die Thora, die Irdisches verg’ttlicht. Auch grosse Männer inmitten der Völker empfanden die Schönheit des Davidischen s) Ps. 19.

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