Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 303 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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Telschi BOB seine eigenen Erklärungen und Definitionen. Von der Lebendigkeit, von dem hin- und herwogenden Kampf der Geister, der einen solchen שעור beherrscht, kann man sich schwer einen Begriff machen. Doch das ist die Glut der Thora, dies ist die Erfüllung jenes Gebotes, dass wir von den Gesetzen G’ttes reden sollen, wenn wir aufstehen und uns niederlegen, im Hause weilen oder auf dem Wege sind — solch’ ein Schiur ist in Telschi die Sensation des Tages, das jüdische Tagesgesprach, das die Gedanken des kleinsten und grössten Jeschiwabochurs beherrscht; denn jede Abteilung interessiert sich für den Schiur der anderen. Am Abend wird der Vortrag noch einmal in Gruppen besprochen. Die Zahl der Schüler übersteigt dreihundert — und wie die Finanzen zur Zeit liegen, ist jedem gesetzestreuen Juden bekannt. Es ist immer von neuen zu bewundern, wie der Leiter die Anstalt erhält, wo doch fast alle Hilfsquellen versiegen. Doch da die Verhältnisse es erforderten, so entschloss sich der Telscher ßaw zu einer neuen Gründung, zur Schaffung des כולל, der im Elul des vergangenen Jahres eröffnet wurde. Eine kleine Anstalt, in der verheiratete, junge Leute, die die vierte Abteilung der Jeschiwo verlassen haben, auch weiterhin dem Talmudstudium obliegen und vonß. Josef Leib unterwiesen werden. Unter ihnen sind ganz bedeutende Thoragrössen und es steht zu hoffen, dass diese Männer zu hervorragenden Führern der litauischen Orthodoxie mit G’ttes Hilfe heranreifen werden. Doch die Persönlichkeit K. Josef Leib Blocbs und seine Tatkraft wäre ungenügend geschildert, wenn wir nicht noch zweier Institutionen gedenken würden, die ihre Entstehung seinem klaren Erkennen und grossen Verantwortungsgefühl verdanken: Das einige Jahre bestehende Mädchengymnasium ״Jawne“ und das vor einem halben Jahr neueröffnete Lehrerseminar für orthodoxe Volkschulen ״Jawne“. Unsere jüdischen Gegner haben seit geraumer Zeit die Erziehung der Mädchen an sich gerissen und der Telscher ßaw erkannte, dass nur in einer höheren Mädchenschule, die im Sinne der Thora jüdische Erziehung leistet und gute profane Bildung vermittelt, die Möglichkeit gegeben ist, die jüdischen Mädchen