Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 302 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
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Telschi mm 802 Der grosse Raw musste noch den Brand von Telschi erleben, der auch seine Jeschiwo vernichtete, und mit G’ttvertrauen ging der Greis an die Neugründung, die ihm vollkommen gelang. Doch bald darauf schloss er — vor 14 Jahren — in London, ,wohin er geeilt war, um Hilfe für seine Jeschiwo zu holen, die Augen für immer und sein Nachfolger wurde sein Schwiegersohn, der jetzige Telscher Raw, R. Josef Leib Bloch, der die Jeschiwo im Sinne seines Gründers weiter leitete. Ihm zur Seite steht R. Chaim Rabbinowitz, der den Ruf eines der Grössten Litauens geniesst und sich grosser Beliebtheit erfreut. Seit einigen Jahren lehrt auch der Sohn des Leiters, R. Jizchok Bloch, an der Jeschiwo, der gleichfalls wegen seiner Gelehrsamkeit und seines edlen Charakters geehrt und geschätzt wird. Trotz der Ungunst der Kriegsjahre hielt R. Josef Leib die Söhne der Jeschiwo mit der grössten Auf- Opferung beisammen, ja, er schuf noch eine neue Institution, die מכינה, eine vierklassige Vorbereitungsschule, in der Knaben im Alter von 10—15 Jahren für die Jeschiwa berangebildet werden. Das wichtigste Lehrfach ist naturgemäss der Talmud, worin die Schüler nach vorhergehender, eigener Vorbereitung von Lehrern unterwiesen werden. Ausserdem wird noch T’nach, Dinim, Hebräische Sprache, Litauisch und Rechnen unterrichtet. Die Jeschiwo selbst ist in vier שעורים, Abteilungen, eingeteilt; die an Zähl stärksten Abteilungen sind der erste und zweite שעוד, in denen Jünglinge von 15 —19 Jahren lernen (in jedem שעור lernt man gewöhlich zwei Jahre). Die beiden oberen sind an Zahl bedeutend kleiner. Alle vier Abteilungen lernen zusammen in einem grossen Saal, der durch 18 Fenster sein Licht erhält, jeder laut das Wort G’ttes sich einprägend oder mit seinem Genossen diskutierend — ein Bild, wie es jede grosse Jeschiwo Litauens zeigt. Jede Abteilung hört einmal die Woche von jedem ראש ישיבה einen שעור. Der Lehrer kann natürlich die genaue Kenntnis des Stoffes voraussetzen, bespricht eine schwierige Stelle und schliesst daran Weinbergs im Jeschurun, Jahrg. III, VII und VIII über litauische Jeschiwoth und die Mussarbewegung verwiesen.