Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 257 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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BHMwaBaMBHMamwmimwraiiiUMBWiiiJ’i 1111 Bifbuia—an— Ueber das gegenseitige Verhältnis usw. 267 ähnlichen Fälle haben zum Thema des Traktates Nasir keine direkte Beziehung. Erst die dritte Mischna spricht vom Nasir. Sie lautet מי שנדר בנדר ונשאל לחכם ואסרו מונה משעה שנדר; נשאל לחכם והתירו היתד. לו בהמה מפורשת תצא ותרעה בעדר: אמרו ב״ה לב״ש אי אתם מודים מה שהוא הקדש וטעות שתצא ותרעה בעדר. .. Wenn jemand ein Nasirgelübde abgelegt hatte [aber im Glauben, dieses sei nicht giltig gewesen, Wein trank] und einen Gesetzeskundigen anfragte [ob das Gelübde gelte] und dieser erklärte es für bindend, so zählt er (der Nasir) von der Zeit, da er das Gelübde abgelegt hatte [d. h. nach Raschi’s Erklärung zur Mischna: wenn er z. B. das Gelübde für 30 Tage abgelegt hatte, am 5. Tage aber Wein getrunken hatte, so läuft die Zeit des Gelübdes doch am 30. Tage ab und nicht am 35 ] — Wenn er aber den Gesetzeskundigen befragte und dieser das Gelübde für unverbindlich erklärte, er (der Fragesteller) aber bereits ein Tier [als Nasiropfer] bestimmt hatte, so kann das Tier wieder in der Herde weiden [d. h. es hat keinerlei Heiligkeits- Charakter]. — Da sagten die Bet Hillel zu den Bet Schammai: ״Gebt Ihr etwa nicht zu, dass in diesem Falle, da es sich um eine irrtümliche Heiligkeitserklärung handelt, es [das Tier] wieder in der Herde weiden kann?“ In ihrer Gegenfrage gehen die Bet Schammai auf diesen Einwurf nicht ein, und hieraus wird im Talmud geschlossen, dass Bet Sch. trotz ihrer Entscheidungen in den beiden ersten Mischnajot prinzipiell zugeben könnten, eine Heiligkeitserklärung unter falscher Voraussetzung sei ungiltig3). Jedenfalls geben sie aber zu, dass im vorliegenden Fall die Weihe des Tieres hinfällig ist. Bereits Tosafot (30 b s. v. בית) erörtern die Frage, weshalb die beiden ersten Mischnajot hier ihren Platz fanden, da sie 3) siehe Nasir 31a und Baschi s. v. לא לעולם. Wenn daher Bet Hülel aus der Stellungen ahme ihrer Gegner in den Fällen der beiden ersten Mischnajot schliessen wollen, dass Bet Sch. ganz allgemein הקדש טעות הקדש lernen, so sind sie im Irrtum. Tatsächlich ist dieses allerdings die Ansicht von Bet. Sch., wie es der Talmud (31b) aus der fünften Mischna beweist. Der Redaktor der Mischna, der die beiden ersten Mischnajot der dritten voransetzte, hat anscheinend angenommen, dass die Bet Hillel irrtümlich aus ihnen die Ansicht ihrer Gegner schliessen wollten.