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Jeschurun · 1924-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1924) · p. Seite 256

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1924)
Date
1924-05-01
Page
Seite 256 (sequence 34)
Language
German
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256 Ueber das gegenseitige Verhältnis usw. Ueber das gegenseitige Verhältnis der Mischnajot Nasir V, 1—3. Von Dr. Moses Auerbach. Die Mischnajot Nasir V, 1—2 enthalten verschiedene Kontroversen zwischen Bet Schammai und Bet Hillel über Fälle von הקדש טעות. Bet Sch. entscheiden, dass die Weihe eines Gegenstandes zu heiligen Zwecken auch dann giltig ist, wenn dem Weihenden ein irrtümlicher Ausdruck unterlaufen ist [man aber über seine wahre Absicht nicht im Zweifel ist]. Es hat z. B. jemand gesagt: שור שחור שיצא מביתי ראשון הרי הוא הקדש ויצא לבן ״der schwarze Ochs der als erster aus meinem Hause geht, sei [zum Opfer] geweiht״, es ging aber zuerst ein weisser heraus, so ist nach Ansicht der Bet Sch. die Heiligkeitserklärung giltig, d. h. der weisse Ochs gilt als geweiht1). Bet Sch. nehmen an, der Weihende habe sich nur schlecht ausgedrückt, tatsächlich habe er bei seiner Erklärung gemeint, der zuerst heraustretende Ochs soll geweiht sein, auch wenn es ein weisser wäre2). Bet Hillel betrachten die Heiligkeitserklärung für ungiltig, weil sie ihrem Wortlaute nach nicht verwirklicht wurde, da eben kein schwarzer Ochs als erster das Haus verliess. Dieser Fall der ersten Mischna sowie die beiden in der zweiten behandelten J) so nach der ersten Auffassung Raschi s in seiner Erklärung zur Mischna und nach Tosafot 31b s. v. נשאל und 33a s. v. מאי; nach der zweiten von Raschi erwähnten Auffassung und nach Tosafot’s Erklärung zu Rab Papa (s. T03. 33 a s. v. אמר) gilt der erste schwarze Ochs, der nach dem weissen herausgeht, als geweiht. 2) so erklärt תוספות י״ט, welcher der zweiten Auffassung Raschi’s über die Ansicht des Rab Papa (31a) folgt. Siehe im Talmud das. auch andere Auffassungen über die Mischna. Wie dort ausgeführt wird, lernen die Bet. Sch. zwar tatsächlich im ah gemeinen הקדש טעות הקדש, jedoch lässt es sich aus den beiden ersten Mischnajot nicht beweisen. — Nach der anderen Auffassung, dass Bet. Sch. den ersten schwarzen Ochsen, der nach dem weissen herausgeht, für geweiht hält, war es die Absicht des Weihenden, in jedem Eall den ersten schwarzen Ochsen für heilig zu erklären; so Raschi’s erste Erklärung der Ansicht von Rab Papa und Tos. 33 b s. v. אמר.

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