Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 254 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Goethe, Friedrich Delitzsch usw. 254 es sich mit anderen Völkern verglich.“ Hätte Friedrich Delitzsch auch nur eine kleine Ader philosophischen Verständnisses, er hätte anders geurteilt über ״die fast ruhelos zu nennende Tätigkeit der Propheten“, als dies die grosse Täuschung S. 87 ff. tut, und er hätte in jenem Enthusiasmus, den er dazu noch in beschämender innerer Armut mit heftigen Worten verhöhnt, eine der ewigen Urquellen und Urkräfte ihrer nie er״ lahmenden Tatkraft und ihrer flammenden Beredsamkeit erkannt. Und er wäre dann nicht soweit selbst von dem Standpunkt seines ״Rückblick und Ausblick“ herabgesunken, dass, während er auch dort noch S. 18 von dem Monotheismus spricht, ״der die weltgeschichtliche Bedeutung der Bibel ausmache״ und S. 48 und S. 68 betont, ״dass die Religion Judas uns angehe“ und ״der alttestamentliche Gottesglaube auf einer sonst unerreichten Höhe stehe“, er sich nunmehr nicht genug tun kann in Herab- Setzungen Jv’s und dreisten Gotteslästerungen, dagegen S. 98 ״das Land Sumer als die Heimat des Glaubens an Gott (so steht geschrieben!) und Istar rühmt“. Im Rückblick und Ausblick hatte er sich bereits insofern von der Wahrheit entfernt, als er S. 39 behauptete, ״dem Götzendienst der goldenen Kälber gegenüber ist nicht nur die sumerisch-babylonische Götterverehrung eine ungleich höhere Stufe, dem sogar der Baal- und Astartedienst vorzuziehen ist“1). Jetzt hat Delitzsch dem 2. Gebot schon so vollkommen den Rücken gekehrt, dass der Verlästerer Jv’s, der das 1. und das 2. Gebot verleugnet, an zwei Stellen (S. 80 und 98) den ״poetischen Zauber“ des Baal- und Astartedienstes, den ״die Kanaaniter auf jeder Höhe und unter jedem üppig grünenden, Schatten spendenden Baum, 1J Der zweite Babel-Bibel-Vortrag wendet sich S. 20 in starken Ausdrücken dagegen, dass in Luthers Kleinem Katechismus das 2. Gebot: Du sollst dir kein Bildnis machen, unterdrückt ist, ״statt dessen aber das Verbot der sogenannten bösen Lust in zwei auseinandergerissen wird, was als unstatthaft leicht erkannt werden konnte. Das Gebot Vater und Mutter zu ehren, ist nicht das vierte sondern das fünfte.״ In der Tat ist die im Judentum übliche Einteilung Mechiltha zu Ex. 20,13; Sabbat 88 b; Makkoth 24a u. a. O. eben die, auf welche Delitzsch hinweist, wovon bei ihm allerdings nichts zu lesen ist.