Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 250 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Goethe, Friedrich Delitzsch usw. 250 lung angeregt hat, gleicherweise rom Geiste der hebräischen. Poesie Zeugnis ablegte, wie er den Stimmen der Völker im Liede lauschte und seine Ideen zur Geschichte der Philosophie der Menschheit schrieb. Und Delitzsch würde dann sicherlich nicht versäumen seinen Lesern mitzuteilen, dass Goethe es gewesen, der das Wort gesprochen hat! מOrient und Occident sind nicht mehr zu trennen“, dass dieser wahrhaft grosse Deutsche in der schwersten Zeit der Erniedrigung des Vaterlandes in den Orient flüchtete, um ״Patriarchenluft zu kosten“, dass er dem Buche der Bücher seine sittliche Bildung fast allein“ zu verdanken bekannte (Wahrheit und Dichtung 7. Buch), ihm das ״Alte Testament wegen seiner Eigentümlichkeit von jeher ganz besonders zugesagt hatte“ (a. a. 0. 4. Buch) und meinte ״zu viel Gemüt an dieses Buch verwandt zu haben* als dass er es jemals wieder hätte entbehren können“ (a. a. 0. 3. Buch.) Gewiss auch dieser Grosse, der an so zahlreichen Stellen bewundernd von der Bibel spricht, dessen Dichtungen in noch viel höherem Grade durch die heilige Schrift beeinflusst worden sind, als den Gebildeten bekannt ist, ja dessen Sprache, wie namentlich Hermann Henkel im einzelnen und doch immer noch lange nicht erschöpfend genug gezeigt hat, von der Sprache der hebräischen Bibel förmlich durchtränkt ist, der in dem 4. Buche von Wahrheit und Dichtung die von Delitzsch in den Staub gezerrte Geschichte der Erzväter in der ausführlichsten Weise erzählt und dann fortfährt: ״Vielleicht möchte jemand fragen, warum ich diese allgemein bekannten, so oft wiederholten und ausgelegten Geschichten hier abermals umständlich vortrage? Diesen dürfte zur Antwort dienen, dass ich auf keine andere Weise darzustellen wüsste, wie ich . . . meinen Geist, meine Gefühle, auf einen Punkt zu einer stillen Wirkung versammelte, weil ich auf keine andere Weise den Frieden zu schildern vermöchte, der mich umgab, wenn es auch draussen noch so wild und wunderlich herging ... ich versenkte mich in die ersten Bücher Moses und fand mich dort unter den ausgebreiteten Hirtenstämmen zugleich in der grössten Einsamkeit und in der grössten Gesellschaft“, hat hier und da eine Aeusse-