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Jeschurun · 1924-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1924) · p. Seite 237

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1924)
Date
1924-05-01
Page
Seite 237 (sequence 15)
Language
German
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R. Awrohom Eli jo Kaplan זצ״ל. 237 halaehischen Literatur, aus Mechiltha, Sifra und Sifre, aus Babli und Jeruschalmi, die irgendwie verwandte Fragen behandeln, gegenwärtig sein, ja auch die Stellen, aus denen durch eine intuitive Ideenassoziation Analogien erschlossen werden können. Und auch das genügt nicht. Die mannigfachen Auffassungen, die von den Rischonim bereits gegeben sind, oft nicht an Ort und Stelle, sondern in ganz entlegenen Erörterungen, die ein völlig anderes Thema behandeln, sollen Berücksichtigung finden, ihre entsprechenden Anschauungen mit einander in Einklang gebracht oder auf prinzipiell verschiedene Auffassungen zurückgeführt werden. So führt eine vielstündige Behandlung, in der ein Geistesblitz den anderen ablöst, oft nur zu einem scheinbar einfachen Resultat. Scheinbar einfach. In Wirklichkeit ist, wie oft, das Einfache und Schlichte das Schwerste und Grösste: Die endgültige Feststellung der Wahrheit auf Grund der Erfassung der Tiefe des Wortsinns. Es ist selbstverständlich, dass die angegebene Methode zum grossen Teil Allgemeingut aller grossen Talmudisten ist. Der Kenner aber weiss, dass sie in jener Schule eine ganz spezifische Anwendung findet und dass eine jede ihrer Talmudgrössen eine eigene Note in diese Methode hineinträgt. Der Verblichene gehörte zu diesen Grossen, denn er handhabte die Methode mit originaler Meisterschaft. Einen kleinen Einblick gewinnt man durch seine letzte grössere Arbeit im hebräischen Teil des Jeschurün (Heft 3/4) Doch mussten seine Ausführungen hier so kurz gefasst sein, dass sie keine rechte Vorstellung erwecken von dem, was er in seinen geistdurchtränkten Vorträgen bot. Die ersten Rabbiner Litauens sahen in R. Awrohom Elijo einen Ebenbürtigen. Was wir aus eigener Anschauung gesehen, ist, dass er als Lehrer ein Genie war, ein gottbegnadeter Menschenbildner, wie sie eine jede Zeit nur in wenigen Gestalten hervorbringt. Es war für den Pädagogen ein bewundernswerter Anblick, wie er sich an die geistigen Fähigkeiten eines jeden einzelnen der Schüler heranarbeitete. In einer Anstalt, die litauische Jeschiwabachurim z. T. von hohen Graden und deutsche Abiturienten mit sehr verschiedener talmudischer Vor-

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