Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 238 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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238 R. Awrohom Eli jo Kaplan זצ״ל. bildung vereint, ein an sich schwieriges Unterfangen. In einer Vorbereitung, für die sein Pflichtbewusstsein in der Zeit keine Grenze kannte, überlegte er das zu behandelnde Thema sorgfaltig als Lehrstoff, gab diesen gerade so weit, dass in den Schülern Y0n selbst die Fragen entstehen mussten, gab ihn in so vielfachen Variationen, dass einem jeden Schüler je nach Anlage und Wissen die von ihm zu erfassende Schwierigkeit aufstiess. Unermüdlich in tastenden Versuchen schlägt er jedes Semester einen neuen Weg ein. Und die Hörer selbst hatten das klare Bewusstsein, wie von Semester zu Semester er zu immer grösserer Meisterschaft gelangte und sie immer höher zu sich emporhob. Will man die ganze Bedeutung dieser Ent- Wickelung zur Meisterschaft kennzeichnen, so genügt es, darauf zu verweisen, dass der gigantische Plan, der Initiator und Hauptmitarbeiter eines neuen Talmudkommentars zu werden aus eben diesen seinen Schiurim erwachsen ist, die ihm zugleich auch das Material boten für die Probe, die er seiner ״Einleitung* hat mitgeben wollen. Und für den gewaltigen Einfluss, den er für die Belebung des Talmudstudiums in unserer Anstalt geübt, zeugen wieder eine Reihe von Schülern, die sich als das ureigenste Werk seiner Hände bezeichnen. Einem grösseren Kreis weniger bemerkbar, aber nicht minder verantwortungsvoll und an Erfolgen reich war die Tätigkeit, die er in der Ausarbeitung halachischer Gutachten entfaltete. Schreiber dieses hatte oft Gelegenheit, die Sorgfalt zu bewundern, mit der er hier ans Werk ging, die intuitive Erfassung des Wesentlichen, die durch tief eindringende Kenntnis der Rischonim erworbene Kunst, aus den talmudiscben Quellen selbst, zur Beantwortung einer von dem Poskim längst entschiedenen Frage, neue Gesichtspunkte zu gewinnen und diese dann für die Erörterung des vorliegenden Falles fruchtbringend zu gestalten. Vielfach wandte er sich an die Talmudgrossen Litauens mit der Bitte, sich zu seiner Entscheidung zu äussern, sie hat immer Zustimmung gefunden. Im hebräischen Teil des Jeschurun sind mehrere dieser Gutachten veröffentlicht. Wie den Halachisten so lernten die Leser des Jeschurun