Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- Seite 229 (sequence 108)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bücherbesprechungen 229 Bücherbesprechung'en. Eduard König: Theologie des Alten Testaments, kritisch und vergleichend dargestellt 3. und 4. durchgehend3 vervollständigte Auflage. Ch. Belser, Stuttgart 1823. Eduard König: Die messianischen Weissagungen des Alten Testaments vergleichend, geschichtlich und exegetisch behandelt. Ch. Belser, Stuttgart 1923. In einem Jahre zwei grosse systematische Werke des grossen Gelehrten! Denn auch die ״Theologie des Alten Testements“, die jüngst 1922 erschien, hat an ca. 1000 Stellen Aenderungen und Zusätze erhalten. Diese staunenswerte Leistung erklärt sich nur daraus, dass dieser Nestor der Alttest. Wissenschaft hier die Früchte einer weltumspannenden und alle Gebiete, die mit seiner Disziplin nur irgendwie in Berührung stehen, mit eindringendem Verständnis behandelnden, wissenschaftlichen Tätigkeit uns gibt. Er citiert sich selbst zu oft, hat man ihm vorgeworfen. Aber nur deshalb, weil er eben auf allen Gebieten eine solche Regsamkeit entfaltet, dass seine Werke, Broschüren und Aufsätze kaum zu zählen sind. Man vermisst freilich oft nach Inhalt und Form den genialen Flug derer, die ivir in ihren prägmatischen Darstellungen zu bewundern pflegen. Aber nicht zum Schaden der Sache. Für luftige Hypothesen und geniale Einfälle tauscht der Leser die Sicherheit ein, die eine wahrhaft objektive Darstellung gewährt. Diese Objektivität ist durch die Fülle der Citate und die fast erschöpfende Berücksichtigung alles dessen, was zu den einzelnen Fragen geschrieben wurde, besonders gut nachzuprüfen. Wenn dabei manche ephemere Ansicht scheinbar ohne Nutzen wiedergegeben wird, so ist das durchaus kein Nachteil, weil die Erfahrung lehrt, dass auch durchaus wertlose und von der Allgemeinheit nicht angenommene Ansichten von Späteren aufgegriffen werden und es daher nicht ohne Bedeutung ist, wenn der Leser sie und ihre Widerlegung einmal gehört hat. Ganz abgesehen davon, dass demjenigen, der üud auf den einzelnen Gebieten selbständig forschen will, durch diese Literaturnachweise eine nicht zu unterschätzende Hilfe gewährt wird. Die rein paragraphenmassige Darstellung mutet die heutige Zeit vielleicht altertümlich an. Sie ist uns immer noch willkommener als die schwungvollen Darstellungen, in denen durch die Künste des Styis Widersprüche im Inhalt nur allzuoft verdeckt werden. Beide Werke sind religionsgeschichtlich orientiert, nicht nur, dass sie die Ergebnisse d8r vergleichenden Religionsgeschichte heranziehen, und die religiösen Anschauungen, wie sie in der Bibel uns entgegentreten, daraufhin prüfen, ob sie nicht auf dem Boden anderer Religionen erwachsen sind, sondern sie suchen auch oft den Tatbestand entwicklungsgeschichtlich zu ererklären. Der Vf. kommt zunächst zu dem Ergebnis, dass die überlieferte Anschauung von dem Alter und dem originalen Charakter der religiösen Vorstellungen der alten Hebräer der geschichtlichen Wirklichkeit entspricht. Auch hier möchten wir mit ihm dagegen protestieren, dass seine Darlegungen, weil iD Widerspruch stehend mit den herrschenden oder alle Augenblick neu auftretenden kritischen uud hyperkritischen Theorien, als apologetisch und darum minderwertig stigmatisiert werden. Eine wirksame aber nicht saehgemässe Methode sich eines bedenklichen Gegners auf die bequemste Art zu entledigen. Wir sind durchaus nicht mit allen Ergebnissen des Vf.’s einverstanden, können ihm aber nicht dankbar genug sein, dass er nun schon