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Jeschurun · 1924-03-01 · Heft 3-4 (März 1924) · p. Seite 207

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 3-4 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
Seite 207 (sequence 86)
Language
German
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Zur Charakteristik usw. 207 der Gnade ist es, dass Gott durch die jederzeit mögliche Reue und Busse die völlige Wiederherstellung der früher ungebrochenen und ungeteilten Gemeinschaft ermöglicht hat 1). So ist der Ausgangspunkt und das beherrschende Element de3 Sündenbewusstseins in jener alten Sifre- und Toseftastelle uns gegeben. Nie werden schuldige und verdienstliche Taten gegen einander kompensiert2). Doch wie steht es mit jener Einteilung in צדיקים, בינונים und רשעים Fromme, Mittlere und Frevler und dem Kriterium, wonach diese ihre Einreihung bemessen wird, ob Verdienste oder Sünden überwiegen8). Wie mit dem Bestreben, sich durch einzelne neuerworbene Verdienste in die entsprechenden Stufen emporzuschwingen4). Wie mit den Angaben, dass zwei Sünden zunächst von Gott abgezogen werden und dann erst die Zählung beginnt5). Es gehört zum eisernen Bestand der nichtjüdischen Beurteilung, in diesen Wendungen die Minderwertigkeit des jüdischen Sündenbewusstseins begründet zu sehen6). Der wahre Sinn all dieser Wendungen kann sich wiederum nur aus der heute in uns wurzelnden Auffassung ergeben. Zuerst: Ist es etwas anderes als die Feststellung eines unzweifelhaften Tatbestandes, wenn man eine solche Einteilung vornimmt? Umgekehrt könnte man sich wundern, dass nicht ein ganze Fülle von Gruppen unterschieden sind7), wie ja die Nuancen in der Frömmigkeit unzählige sind auch vom Stand« punkt, dass ״böse und gut, fromm und gottlos in Wahrheit ein״ fache Dinge sind8״). Sodann: Kann in Wahrheit die Rede ב) vgl. Luzzatto a.. a. 0. S. 25 f. 2) oben S. 116 2. 5) 0. 113 1. ף o. 113 2. 5) Joma 86 b. 6) Köberle a. a 0. S. 496. Boasset 451 u. s. י) Der Talmud hat in der Tat noch den Begriff des צדיק גמור und רשע גם.יד Berachoth 7 a. 8) wie Köberle a. a. 0. S. 509, die jüdische komplizierte Frömmigkeit verurteilend, meint. Ist die Frömmigkeit wirklich eine so einfache Sache und

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