Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1924-03-01 · Heft 3-4 (März 1924) · p. Seite 193

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 3-4 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
Seite 193 (sequence 70)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2292929-2293027-2293029--06872-2300156
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zur Charakteristik usw. 193 Vorstellung der talmudischen Periode über einzelne religiöse Inhalte scheint durchaus gegeben. Doch wie haben wir zu verfahren, um zur objektiven Wahrheit zu gelangen und dem scheinbar gerechten Vorwurf zu entgehen, dass ״Rabbinen und Bergen war (vgl. Theodor Ber. Rabb. מנחת יהודה z. St.) — 260 5 erklärt R. Jehuda die Stelle I Kön 17,6 in der von Elijahu berichtet wird: והעורבים מביאין לו לחם ובשר, dass Einwohner einer Stadt, namens Arbe ihm Nahrung brachten, während R. Nech. sagt, es seien wirklich Raben gewesen (Gen. R. 38,5) — 240 8: Die Erde tat (nach Nu. 16,32) ihren Mund auf, um Korach und seinen Anhang zu verschlingen. Nach R. Jeh. taten sich eine Reihe von Oeffnungen auf. R. Nech. meint, da die Schrift nur von einem Mund spricht, nur ein einziger Trichter sei entstanden, der sich fortwälzte und dem zu Verschlingenden nachging. Wenn hier so R. Jehuda gegenüber R. Nech. mehr als Rationalist erscheint, so kann man dem die Stellen 2414, 244 6, 253 1 entgegenhalteD, wo R. Nechemja die mehr rationalistische Erklärung gibt. In gleicher Weise kommen wir zu einem non liquet, wenn wir charakterisieren wollten nach dem Gesichtspunkt der Tiefe der Erklärung, dem Masstab, welche der Erklärungen unserem ethischen Empfinden näher kommt, welche Anschauung uns mehr einleuchtet usw. Demnach erscheint jeder Versuch, aus einem Ausspruch oder einzelner eines Autors ein Kriterium für die Zuweisung eines anderen den gleichen Gegenstand behandelnden Ausspruchs an den gleichen Autor zu gewinnen, gewagt. Bacher bringt 269 1 die Kontroverse zu Gen. 3,22. R. Jeh. meint, Gott verstiess den Adam aus dem Paradiese, aber nur in dieser Welt, nicht aber für die kommende Weit. Dagegen R. Nechemja: Adam wurde aus dem Paradiese sowohl für diese als für die kommende Welt verstossen. Dazu bemerkt Bacher in der Anmerkung: So nach Jalk. zu Ps. 17,15; in Gen. R. 21,7 hat Jeh. die Ansicht Nech. und umgekehrt. Aber die strengere Ansicht über Adam passt eher zu Nech.״ Warum?! Weil in einer einzigen anderen Kontroverse — eine andere findet sich darüber nicht, ebensowenig ein anderer selbständiger Ausspruch R. Nech. — R. Jeh. sagt, Adam wurde einer Erhöhung würdig erachtet und R. Nech. bemerkt: nicht um seiner seiht willen wurde ihm die Auszeichnung zu Teil, sondern im Hinblick auf den von ihm abstammenden Abraham? Oder etwa, weil R. Nech. an sich strenger in der Beurteilung der biblischen Gestalten ist. Bei Noach hat 269 4 (dem bekannten תמים היה בדורותיו) gerade R. Jehuda die strengere, R. Nech. die mildere Beurteüung. Ebenso 269 5 zu Gen. 9,8. Es ist unmöglich das hier noch an dem Beispiel grosser Diskussions- Sammlungen anderer Tanaiten nnd Amoräer zu belegen. Bacher bringt Agada der Tanaiten B. 12. Aufl. S. 196—211 die Kontroversen zwischen R. Josua ben Chananja und R Eleazar aus Modiim und unterscheidet zwischen der Exegese des

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.