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Jeschurun · 1924-03-01 · Heft 3-4 (März 1924) · p. Seite 184

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 3-4 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
Seite 184 (sequence 61)
Language
German
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184 Das neueste Dogma usw. Schreibung neuerdings eine niedrige Stellung zugeschrieben bekommen sollte. Man wirft ihr ja noch eine aussergewöhnliche Beschränktheit der Tendenz und Enge des Blickes auf die Umwelt vor 27). Denn in dem unten zitierten Buche wird behauptet, in den Ueberlieferungen der ״Juden“ 28) handle es sich ״um den Ursprung ihres Volkes und um ihre ältesten Wohnsitze als den Anfang der Weltgeschichte“. Aber welche Verkehrtheit haftet dieser Behauptung an! Denn auf den ersten Blättern der Geschichtsbücher Israels handelt es sich bekanntlich um die Anfänge der Menschheit, und der Anführer jenes neuesten Feldzuges gegen die althebräische Geschichtsschreibung hat weiter nichts geleistet, "als dass er einen besonders feinen Charakterzug an der Geschichtsschreibung Israels übersehen hat. Dieser Zug liegt in der Betonnng der Einheit des Menschengeschlechts und seines gemeinsamen Zielpunktes (1. Mos. 12,3 b usw.). Wo ist dies beides sonst in den Literaturen des alten Orients heryorgehoben? Nirgends, und sogar bei den Griechen tritt der Gedanke an die Einheit des Menschengeschlechts erst in einer später dem Aristoteles zugeschriebenen Schrift ״Ueber die Welt“ auf29). Die Menschheit war aber nun gewiss eher da, als die Aegypter und Babylonier. Wenn also jetzt manche Lehrbücher der Weltgeschichte unter dem lauten Beifall von Bauer (a. a. O., S. 15) und seinen antisemitischen Gesinnungsgenossen mit den Aegyptern beginnen, so sind sie nicht um ihre Kurzsichtigkeit und partikularistische Beschränktheit zu beneiden. Hiermit meine ich aber schon genugsam erwiesen zu haben, dass die Geschichtsschreibung Israels nicht blos die historiographischen Leistungen anderer Völker des alten Orients überragt und sich neben die hochgerühmte Geschichtsschreibung der 27) Ad. Bauer (in Wien), Tom Judentum zum Christentum (1916), S. 15 ff* 28) Er weiss nicht, dass dieser Ausdruck vom wissenschaftlichen Sprachgebrauch erst in bezug auf die Israeliten der nachexilischen Zeit angewendet wird. 29) Gemäss dem glänzenden Nachweis, den Adalbert Merx auf dem Internationalen Orientalistenkongress zu Hamburg (1902, 195 f.) gegeben hat

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