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Jeschurun · 1924-03-01 · Heft 3-4 (März 1924) · p. Seite 182

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 3-4 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
Seite 182 (sequence 59)
Language
German
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182 Das neueste Dogma usw. Gestalten der mosaisch-prophetischen Religion ab. 24) Also z. B. das mit Gunkels Worten zitierte moderne Dogma, dass die Pentateuchschichten nur einen Reflex ihrer eigenen Zeit als die Religion Abrahams hingestellt hätten, muss als ein Produkt der Willkür bezeichnet werden. 3. Ein dritter Fehler der Geschichtsbücher Israels soll darin bestehen, dass sie harmonisierend״ seien. Wir hören diesen Vorwurf aus den Worten eines Hauptvertreters der modernen Geschichtsschreibung über Israel heraustönen25), der sich in ihnen zugleich die historisch-kritische Geschichtsforschung zuschreibt, welche nur die Wahrheit suche. Aber er hat dabei nicht gemerkt, dass er mit eigener Hand den Ast absägte, auf den er selbst sich gesetzt hatte. Oder woher hätte er denn das Recht zur Unterscheidung von Schichten in den Geschichtsbüchern Israels nehmen, also ״kritisch“ verfahren wollen, wenn nicht diese Bücher das Gegenteil von dem ihnen vorgeworfenen ״harmonisierenden“ Verfahren geübt hätten? Gerade diejenigen, die eine Quellenscheidung im althebräischen Schrifttum vertreten, pflegen darauf hinzuweisen, dass die alten Urkunden Israels Besonderheiten im Sprachgebrauch mancher Berichte und auch verschiedene Schattierungen im Inhalt der Berichte zeigen, wie dass Abraham nach 1. Mos. 12,1 usw. erst in Charan, aber nach 15, 7; Neh. 9, 7 usw. schon zu Ur in Chaidäa in seine besondere Beziehung zu Gott berufen worden sei. Soweit solche Mannigfaltigkeiten wirklich konstatiert werden können, zeigt sich dabei dasselbe pietätsvolle Streben, möglichst viel von den Ueberlieferungen der Väter zu bewahren, das z. B. auch in Aegypten beobachtet wird, wo ״man in treuem Sinn alles das, was einst die Vorfahren geglaubt, zugleich mit allem, was spätere Generationen hinzugefügt hatten, bewahrte,“26) 24) Den vollständigen Nachweis kann man in ״Geschichte der alttestamentlichen Religion, kritisch dargestellt“ (3. An£L 1924), S. 157 fl. finden. 25) B. Stade, Geschichte des Volkes Israel I, S. 11: ״Die biblische Geschichte ist eine harmonistische; die historisch kritische sucht nur die Wahrheit“. 26) Alfr. Wiedemann, Die Toten nsw. im Glauben dar alten Aegypter, S. 9׳.

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