Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- Seite 181 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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Das neueste Dogma usw. 181 (Jos. 10,13 usw.), jenes ein Prosawerk, dieses eine dichterische Anthologie. 22) Durch diese Nachweise ist der erste Mangel, um dessentwillen die Geschichtsbücher Israels über dessen Anfänge hinter den Nachrichten anderer Völker zurückgesetzt zu werden pflegen, nämlich dass sie auf ganz morschen Materialien aufgebaut seien, als auf oberflächlicher Beobachtung beruhend erwiesen worden. Man hätte die Baustoffe, die auch in indirekten Zitaten (Jakobs Segenssprüche usw.) liegen, nur suchen sollen, wie ich es, freilich für eine gewisse Richtung, die sich selbst ״die kritische״ nennt, immer noch vergeblich, getan habe. 2. Insbesondere ist sodann das nächste Tadelsvotum, das gegen den Wert der Geschichtsschreibung Israels über die frühesten Perioden ausgesprochen zu werden pflegt, scharf ins Auge zu fassen. Diese Geschichtsschreibung soll nämlich zweitens deshalb minderwertig sein, weil die angeblich im 9. und 8. Jahrhundert verfassten Geschichtswerke im Pentateuch nur Zeugen ihrer eigenen Entstehungszeit seien. Z. B. liest man neuerdings den Satz: ״Die Religion Abrahams ist in Wirklichkeit die Religion der Sagenerzähler, die sie Abraham zuschreiben.23 ״) Aber wie verhalten sich die Tatsachen zu dieser Behauptung? Die Besonderheit der Patriarchenreligion, die in allen Quellen sich widerspiegelt, tritt hinreichend schon in folgenden Charakterzügen zutage: in den eigenartigen Gottesbenennungen (״der allmächtige Gott17,1 ״ usw.; ״das Furchtobjekt Isaaks״ 31,42.53); ferner in der geringen Zahl der Bundesforderungen und in der Eigenart der Bundesverheissungen; sodann in der Einfachheit der Kultstätte, in dem Nichtvorhandensein von Priestern, in der geringen Zahl der Opferarten, in dem Mangel von Festzeiten, usw. Die Religion der Erzväter, die uns aus den Quellen entgegentritt, hebt sich durchaus von den späteren 22) Welchen wohltu enden Kontrast bildet also dieses Interesse Israels gegenüber ״dem Mangel an historischem Sinn, der den Indem eigen ist״ (Pischel in ״Die Kultur der Gegenwart“ I, VII, S. 179)! 2ף־ Gunkel in seinem Genesiskommentar (1917), S. LXXEX.