Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- Seite 177 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Das neueste Dogma usw. 177 die Charaktere und Umtriebe der handelnden Persönlichkeiten sehr genau informiert gewesen sein muss. Sie können nicht später als unter Salomo geschrieben sein*, ja er sieht auch in Eicht. 8f. 17f. und 1. Sam. 16,14f. sowie 18,10—28, 2 und 29,1—2. Sam. 4 Teile eines alten grossen G-eschichtswerkes und fugt endlich folgendes hinzu: ״Es ist etwas Erstaunliches, dass eine derartige Geschichtsliteratur damals möglich gewesen ist. Sie steht weit über allem, was wir sonst von altorientalischer Geschichtsschreibung wissen, über den trockenen offiziellen Annalen der Babylonier und Assyrer, über den märchenhaften Geschichten der ägyptischen Literatur. Sie ist wirklich echte Geschichtsschreibung. * Sie wurzelt in lebendigem Interesse an den wirklichen Ereignissen, die sie aufzufassen und festzuhalten sich bemüht. Sie hat ihr Analogon einzig und allein auf griechischem Boden: Von Anfang an stellt sich mit ihr die israelitische Kultur, allein von allen anderen, in der Tat als gleichberechtigt neben die griechische“ (a. a. 0. S. 486). Aber so wichtig auch das Urteil ist, das von diesem Vertreter der jetzigen Geschichtswissenschaft über den Rang der althebräischen Geschichtsschreibung abgegeben worden ist, so kann ich mich doch nicht mit dem Referat über dasselbe begnügen. Teils weil alle echtwissenschaftliche Forschung sich nicht bei der Berufung auf andere Autoritäten beruhigen kann, teils weil jener Geschichtsforscher das abgegebene Urteil nicht im einzelnen begründet hat und teils weil sein Urteil sich nicht auf die das höhere Altertum betreffenden Geschichtsbücher Israels bezieht, werde ich, wie schon oben in Teil I, so nunmehr noch weiter ein selbständiges Urteil über den Rang abzugeben suchen, der den althebräischen Geschichtsbüchern allen anderen Geschichte- Zeugnissen gegenüber zukommt. Wie dürften aber bei dieser Untersuchung auch die Einwände unberücksichtigt bleiben, welche gegen einen hohen Rang der älteren Geschichtsbücher Israels aus anderen Lagern der gegenwärtigen Gelehrten erhoben werden können? Eine Darlegung ohne Kritik anderer Standpunkte und ohne Vorführung von Grund und Gegengrund ist überhaupt keine wissenschaftliche. Und soll den Gegnern die Gelegenheit offen- 4 «