Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- Seite 172 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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172 Das neueste Dogma usw. alten Zeiten festgestellt worden seien, also die algebraischen Geschichtsquellen garnicbt existierten. Bis zu diesem Nullpunkte ist demnach bei einer weithin herrschenden Richtung der Wert des althebräischen Geschichtszeugnisses hinabgedrückt worden. Allerdings ist nun in demselben Jahre 1923 auch folgendes Geständnis veröffentlicht worden: ״Nach meinem Urteil, das auf kritischer und rein sachlicher Beurteilung der Originalquellen beruht, zeigt sich, dass die alttestamentliche Ueberlieferung doch sehr viel besser über den alten Orient Bescheid weiss, als mancher es sich gedacht hat.“ 9) Aber wie hat der, welcher dieses Zugeständnis macht, dieses Urteil gewonnen? Welches waren die ״Originalquellen“, aus denen er es geschöpft hat? Die ausser israelitischen Denkmäler und Literaturen. Also sind auch bei seinem Bekennntnis die althebräischen Geschichtsbücher nur die, denen das Zeugnis ״altorientalischer״ Quellen zugute kommen soll. Noch nicht sind die Geschichtsbücher Israels in die Stellung eingerückt, dass sie auch durch sich allein den tatsächlichen Gang der Geschichte jener alten Zeiten bezeugen könnten. Immer noch soll der Wert der israelitischen Geschichtsbücher erst durch das Zeugnis der Umweit bestimmt werden. Ob di e s e B e urt e il un g der alth ebräischen Geschichtsbücher nun ihrer wirklichen Beschaffenheit gerecht wird? Suchen wir die richtige Antwort auf diese grundlegende Frage in folgendem Untersuchungsgange festzustellen! I. Einleitungsweise muss ich da vor allem endlich einmal betonen, was unbegreiflicherweise sonst immer ausser Betracht gelassen wird, dass nämlich die Israeliten auch ein altorientalisches Volk gewesen sind. Haben denn also sie nicht ebenfalls gleich anderen Leuten jener früheren Zeiten in 9] So schreibt der Assyriolog Arthur Ungnad (Breslau) in ״Kulturfragen״ I (1923), S. 14.