Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- Seite 166 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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166 Zur politischen Geschichte usw. den Spätsommer 133 anzusetzen. Der Krieg hat also von 126—133 gedauert. Exkurs II. Ueber Hadrianische Religionsverfolgungen vor dem Kriege. Als Veranlassung zum Aufstande gibt Dio Cassius 69, 12 Hadrians Verordnung an, an der Stelle Jerusalems die heidnische Aelia Capitolina und auf der Stätte des Heiligtums einen Jupitertempel zu erbauen. Es ist bereits darauf hingewiesen (X S. 403), dass Hadrian beimPlane der Stadtemeuerung keinerlei antireligiöse, wohl nicht einmal antijüdische Absicht hatte, und dass er höchst wahrscheinlich nicht vor, sondern erst nach dem Kriege befohlen hat, den Götzentempel zu erbauen. Spartian 14,2, sieht im Verbot der Beschneidung denAnlaß zur Erhebung. Dieses ist objektiv wohl wahr, aber auch hierbei lag schwerlich die Absicht einer Religionsbeschränkung vor, sondern eine, wahrscheinlich garnicht vom Kaiser selbst, sondern von einzelnen Beamten auf die Beschneidung übertragene Bestimmung gegen die Kastrierung. Das Verbot der Beschneidung richtete sich nicht gegen die Juden allein, sondern es wird ebenso gegen Araber angewandt undlegte auch den ägyptischen Priestern Beschränkungen auf (vgl. Schürer I 675—79). Möglicherweise war diese Uebertragung mala fide, um die Juden zu schikanieren oder Geld von ihnen zu erpressen. Diese Auffassung geht von der Voraussetzung aus, dass vor dem Kriege keine Religionsverfolgung seitens des Kaisers beabsichtigt war. Halevy I® 579—585 will dagegen die Tatsache der damaligen Religionsverfolgungen beweisen. Es ist deshalb notwendig, seine Beweise zu prüfen. 1. In Me’ila 17a wird berichtet, die römische Regierung habe die Heiligung des Sabbats, die Beschneidung und Einhaltung der ehelichen Reinheitsgesetze verboten. Rabbi Simon ben Jochai habe die Aufhebung dieser Verbote erwirkt, und zwar habe die römische Regierung auf seine Bitte das schriftliche Edikt zerrissen. Halevy gibt zwar zu, dass die erfolgreiche Mission R. Simon’s bereits in die Zeit des Antoninus Pius falle, sieht aber in der Tatsache, dass gerade diese drei Verbote schriftlich