Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- Seite 160 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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- Amoraim 1× ep/1003430
- Rashi 1× ep/1002670
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160 Hat es vor dem Bar Kochba- Krieg־ usw. die ans ערב kommenden Eseltreiber in צפורין über den in Sepphoris wohnenden R. Chanina, den Amoräer, berichten müssten, wie es von Kaminka dargestellt wird, ist mir unbegreiflich! In Sepphoris muss doch das Jeder besser gewusst haben, als die aus der Fremde kommenden Eseltreiber! Denn sie kamen aus ערב, einem Städtchen im Gebiete von Zippori. So ist die h a n d - schriftlich bezeugte Lesart (s. bei Theodor), während ערב שבת eine Verschlimmbesserung der ״Abschreiber“ ist, da ihnen der seltene Ortsname ערב unbekannt war und weil in der betreffenden Erzählung vom Beten am ערב שבת die Rede ist. — Kaminka behauptet, R. Chanina b. Dossa’s Tätigkeit sei ״nur in Jerusalem und Judäa bekannt“, daher es unwahrscheinlich sei ״dass er, jemals in Arab oder sonst in Galiläa gewesen ist“. Für nähere Nachweise der Tätigkeit R. Chaninas in Judäa und Jerusalem wäre jeh sehr dankbar. Kaminka will aber auch in Abrede stellen, dass Rabban Jochanan b. Zakkai in ערב gewohnt habe. Um dies zu erreichen, muss er die ganz klaren und eindeutigen Worte: מעשה בא לפני ריב״ז בערב so interpretieren: ״die Fälle seien vor ihn gebracht worden (nach Jerusalem, Jabne oder Bercr Chail), die sich in Arab ereignet hatten (d. h. מעשה בערב), nicht dass der Meister dort war“. Nun, wenn es so wäre, so hätte man in der Ueberlieferung dieses Faktum in dieser Formulierung festgehalten: לפני ריב״ו (oder מעשה בערב . . . והביאוהו ובא. Ich habe also zu der Formulierung der Mischnalehrer und der Interpretation des Amoras Ulla mehr Vertrauen als zu der vorgeschlagenen und methodisch sicher nicht einwandfreien Dr. Kaminska’s. Dass aber R. J. b Z. in Arab während seines IS jährigen Aufenthaltes nichts getan hätte, wurde worl nie von Jemand behauptet. Er war, wie die tannaitische Uebeilieferung (Siire Deut. 357) mitteilt, Kaufmann (עסק בפרגמסיא; vgl. die oben genannten Kaufieute Ananias und Eleazar, deren zweiter ebenfalls ein galilaischer Kaufmann war). Er hat ferner die bei ihm Belehrung suchenden Jünger unterrichtet (Berachoth 84 b). Dass nicht noch andere Momente seiner galiläischen Tätigkeit in der Ueberlieferung festgehalten wurdeD, *) ist jedenfalls sehr zu bedauern. Hieraus jedoch den Schluss zu ziehen, er hatte überhaupt nicht in ערב gewohnt, ist entschieden verfehlt. Kaminka behauptet, Rabban Jochanan b. Z. wäre ״sicherlich kein Priester“. Aus der Reihe der von Aptowitzer (MGWJ 1908, 745} angeführten Beweisstellen hat er freilich keine einzige widerlegt, und die Tatsache seiner Priesterschaft wird doch von ihm selbst in Sifre Num. 123 ausgesprochen: מה ששרתו ידי שכחתי וכר . . ., wie diese Worte von Raschi (Sabbat 34 a) ihrem einfachen Sinne nach aufgefässt wurden. Seine Stellungnähme gegen Priester ist wohl sicher als die des pharisäischen Gelehrten gegen die willkürliche saddukäische Interpretation des Gesetzes durch die aristokratischen Priester aufzurässen. Die von mir heran gezogenen Stellen für den Nachweis des Thorastudiums in Galiläa vor 135 sind also keinesfalls so ״vereinzelt“ und ״unsicher“ wie sie Kamiaka hinstellen möchte. Zudem vergass er gänzlich die Beweiskraft der Tatsache zu widerlegen, dass Nittaj aus dem galiläischen ארבל schon um 150 (vor) ein Oberhaupt der pharisäischen Juäenheit war (Jeschurun“ S. 237). *) S. übrigens ״Jeschurun1923 ״, S. 233. — Es sei mir gestattet, hier anzumerken, dass die ״Neuen Beiträge“ im Sonderabdruck durch Register vermehrt, als ״Heft 1“ meiner ״Palästina-Studien“ (Verlag ״Menorah“-Wien) erschienen. Die bezeichnete Stelle findet sich auf S. 20.