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Jeschurun · 1924-03-01 · Heft 3-4 (März 1924) · p. Seite 159

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 3-4 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
Seite 159 (sequence 36)
Language
German
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Hat es vor dem Bar Kochba-Krieg usw. 159 läge für die Annahme eines Ge:ehrtenlebens und eines religiösen Zentrums vor 1B5. Die Nachrichten aus dem 2. Jh. sind wohl alle jünger als der Bar Kochba-Krieg2). _ Gegenbemerkungen zu Dr. Kaminka’s Aufsatz. Von Rabb. Dr. S. Klein. Die obigen Ausführungen Kaminkas geben mir den willkommenen Anlass, einige in meinen Beiträgen nur flüchtig berührte Fragen näher zu beleuchten. 1. Der Sinn der Worte: לא המדרש עיקר אלא המעשה (Abot. 1,17) kann meiner Ansicht nach nicht zweifelhaft sein. Ich führe Bacher’s Worte (Die exegetische Terminologie der jüd. Traditionslit. 1,103) an: ״Hier ist מדרש in der allgemeinen Bedeutung des Forschens, Lernens der praktischen Betätigung der Lehren, dem Handeln entgegengesetzt, wie sonst ״תלמוד. Und dasselbe sagt der g&üläische Eleazar — der doch sicher kein ״einfacher“ Jude war, sondern als gesetzeskundig galt. Einen Hinweis auf das obige jüdische Prinzip in seinen Worten zu erkennen, scheint mir umso näher zu liegen, als Josephus unmittelbar vorher einen anderen Grundsatz der Halacha andeutet. Ananias, mit dem Izates vor der Ankunft Eleazars über den Uebertritt ins Judentum verhandelte, meint, Gott werde ihm nachsehen, dass er die Beschneidang an sich. nicht vollziehen lasse, weil er sich in einer Zwangslage befinde. In diesen Worten ist offenbar der Grundsatz enthalten: אונס רחמנא פמריה, den wir, und zwar in dieser aramäischen Formulierung erst aus der Amoräerzeit kennen, der aber zweifelsohne auch früher anerkannt war und hier auf einen praktischen Fall angewandt wurde. Genau so ist auch die Aeusserung des Eleazar zu beurteilen; ich glaube daher meine Folgerung, auch vom Standpunkte der methodischen Forschung, weiter aufrecht halten zu dürfen. 2. Was Rabban Jochanan b. Zakkaj’s und R. Chanina b. Dossa’s Tätigkeit im galiläischen ערב betrifft, so müssen als Grundlage der Forschung unbedingt die vorhandenen Texte gelten. Diese sprechen nun entschieden dafür, dass diese beiden Lehrer in dem gleichen Orte, und zwar in dem genannten ערב lebten. Berachot 84 b unten — auf diese Stelle weist J a w i t z תולדות ישראל VI, 18 mit vollem Rechte hin — wird gesagt: מעשה ברבי חנינא בן דוסא שהלך ללמוד אצל רבן יוחנן בן זכאי ובר. Er lernte also bei Rabban Jochanan b. Z. Aus welchem Orte er za ihm ging, um bei ihm zu lernen, wird nicht angegeben. Es kann ein jadäischer Ort gewesen sein, doch wahrscheinlicher ist es, dass es ein galiläischer war. Jedenfalls lässt sich soviel mit Sicherheit dieser Stelle entnehmen, dass sie beide in einem und demselben Orte wohnten. Dieser Ort war aber ערב, denn dort wohnte R. Chanina b. D o s s a, wie dies aus Ber. r. 10 § 8 hervorgeht. Zwar meint Kaminka: ״ben Dossa“ sei ״ein Missverständnis der Abschreiber“ und daher zu streichen. Offenbar will er unseren in verwahrlostem Zustande befindlichen Texten nicht glauben. Zum Glück gibt es aber zu Ber. r. auch eine kritische Ausgabe von Theodor, und da wird auch als unzweifelhafte Lesart (p. 84 Zeile 4): רז חנינא בן דוסא geboten.• Es wäre übrigens kaum zu erklären, warum die armen Abschreiber gerade hier בן דוסא einfügtea, während doch der Name (ר׳ חניגא (סתם wohl einige Hundertmal in den Texten vorkommt. Wozu aber 3) Vergl. meinen Aufsatz תורת חכמי ישראל והאגדה הנוצרית Hatoren, August 1922.

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