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Jeschurun · 1924-03-01 · Heft 3-4 (März 1924) · p. Seite 156

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 3-4 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
Seite 156 (sequence 33)
Language
German
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156 Eine angebliche Verordnung Hadrians stehen liess, um nach Jerusalem zum Gebete zu ziehen. Während ihrer Abwesenheit wurde das Haus von Engeln beschirmt (Cant, r. VII, 3. Auch in Lam. r. I, 41 weiss ß. Phinchas über eine Begebenheit in Askalon zu erzählen. Auch die Geschichte des Damah b. Natina, des Heiden, ereignete sich in Askalon)14). In der letzten Erzählung, wie auch in den anderen anonymen Erzählungen handelt es sich um die Furcht, die wir bereits oben im Ausspruche des Issi ben Jehuda kennen lernten, Hab’ und Gut ohne Sicherheit zurückzulassen (vgl. auch Koh. r. 1,20, Aboth ß. Nathan, c. 12, ed. Schechter p. 55). Nach all diesen Berichten ist es nicht anzunehmen, dass die rabbinischen Quellen unmögliche Angaben gemacht haben sollten, die von dem ersten besten Manne in der Strasse ohne jedwede Schwierigkeit hätten widerlegt werden können. Wenn die Angaben der Kirchenväter wahr gewesen wären, hätte man doch die Babbinen Lüge strafen können. Ein solches Edikt hat es wahrscheinlich niemals gegeben. Es ist eine der vielen tendenziösen Erfindungen und Erdichtungen der altchristlichen Literatur. Diese Nachricht mit vielen anderen Angaben der Kirchenväter muss mit der grössten Sorgfalt geprüft werden, bevor man sich derselben für geschichtliche Zwecke bedient. Die Vergleichung des Textes zwischen Justin und Tertullian selbst hätte die Unmöglichkeit klarlegen müssen, dass sie kein Edikt gesehen haben. Justin weiss, dass die Juden Jerusalem nicht betreten dürfen, Tertullian spricht von Judäa. Beide gestalten das Verbot nach ihren dogmatischen Tendenzen. Den Leuten in ßom oder Karthago konnte man Aehnliches mit falschen Zitaten aus den Propheten leicht einreden. Tatsächlich lässt sich gegen die rabbinischen Angaben und Daten kein Zweifel erheben15). 14) Ueber Jaden in Askalon s. M. Taaniih 19 a, j Jebamoth 8 a; K. GamaJiel II in Askalon, b. Sabb. 147 a Tos. Mik. 6,3. M. Gittin II. j Schebiit VI. 1 j Jeb. VII. 3. Azarja ben David, Saadyana nr XXV. (1061). E. 97. 54. 58, und 63, 277. 15) Eine Eeminiscenz einer Bestrebung, die sich gegen die Wallfahrten richtete, aber christlichen Ursprungs gewesen ist, finden wir in der אגרתא דשמעדן כופה (v. Jelinek, בית המדרש V. 60), wo es heisst: ויתאספו הבוערים לאלפים לרבבות וימנעו את ישראל מלעלות לרגל. Im Xlten Jahrhundert finden wir wieder, dass die Juden aus aller Herren Länder nach Jerusalem pilgerten.

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