Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- Seite 155 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2292929-2293027-2293029--06834-2300119- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Isaiah 1× ep/1005097
OCR text
155 Eine angebliche Verordnung Hadrians ,Das heutige Jerusalem ist verschieden vom zukünftigen Jerusalem. In das heutige Jerusalem kann jeder hinaufgehen, der es nur will, in das zukünftige werden nur die Berufenen Einlass finden* (b. BB 75 B). R. Eleazar ben Pedath gibt eine Auswahl von Schriftstellen aus dem Propheten Jesaja, die man sagen soll, wenn man die Ruinen Judäas, Jerusalems und des Tempels sieht (b. M. K. 26a). Es war also möglich die heil. Stadt zu besuchen* R. Zeirah predigt seinen Zeitgenossen, die Sitte der Pilgerfahrt zu pflegen. Trotz des Verbotes soll dieser Brauch nicht der Vergessenheit anheimfallen (j. Ber. c. 1, Koh. r. c. 4, M. Samuel c. I)13). Auch aus der Frage des Simon קמטריא an R. Hijja b. Abba, geht ohne Zweifel hervor, dass der erstere öfters Gelegenheit hatte Jerusalem zu betreten (j. Ber. 13 d. s. Nahmanides תורת האדם). R. Sheilah aus Kefr Tamratha sagt es auch in unzweideutiger Weise, dass man auch nach der Zerstörung des Tempels nach dem heil. Orte wallfahren muss (Cant. r. 8,11). Wir sehen, dass die Juden des dritten Jahrhunderts die heil. Stadt betraten und auch daselbst und in Judäa wohnten. Wenden wir uns nun dem vierten Jahrhundert zu! Hier fehlt es gleichfalls nicht an Material, das die Geschichtlichkeit der Angaben der Kirchenväter umstürzt. Prüfen wir zuerst die Aussagen des R. Berachja. Derselbe vergleicht die Pilgerfahrten der guten alten Zeit mit den Verhältnissen seiner Zeit. In alter Zeit wurden die Strassen geebnet, heute sind sie ungepflegt und holprig. In alter Zeit zog man mit Jubel und Gesang einher, heute in Trauer und Stille (Midr. Echa r. ed. Buber p. 80 f)*. Die wehmütige Paralle zeigt, dass man die Sitte nicht aufgegeben hat. R. Berechja kommt auch an anderer Stelle auf die Wichtigkeit dieses Gebotes zurück (s. Cant. r. VII, 3 u. a. St.). Auch R. Phinchas b. Hama wollte durch seine Erzählungen seine Zeitgenossen von der Wichtigkeit dieses Gebotes überzeugen. Er berichtet von einem Bruderpaar in Askalon, das Haus und Hof 15) Die Diskussion in b. Taanitk 4 B, wo gesagt wird כי. קאס״ר יוהנן בזמן שאין בית המקדש קיים השתא דאתית* להכי הא והא לדידהו ולא קשיא כאן בזמן שבית המקדש קיים וכאן בזמן שאין בית המקדש קיים ist ein Zusatz der Sabnräer oder der letzten Amoräer in Babylonien. Keineswegs können wir in diesen Worten Verhandlangen der Amoräer R. Zeira und R. Assi sehen, die, obzwar Babylonier von Geburt, in Tiberias gelebt haben, und von Palästina gewiss nicht als הא להו und הא והא לדידהו sprechen würden.