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Jeschurun · 1924-03-01 · Heft 3-4 (März 1924) · p. Seite 154

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 3-4 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
Seite 154 (sequence 31)
Language
German
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154 Eine angebliche Verordnung Hadrians Zeit Rab’s gab es in Babylonien einen Mann, der seine Spargroschen bei Seite gelegt hat, um eine Pilgerfahrt nach Jerusalem unternehmen zu können. So berichtet R. Jehuda ben Ezekiel im Namen Rabs (b. MK. 8 a). Dieser fromme Mann wird gewiss nicht der einzige babylonische Jude gewesen sein, der den sehnlichsten Wunsch hatte die traurigen Stätten der einstigen Herrlichkeit mit seinen eigenen Augen zu schauen. Man wäre daher geneigt die Worte des R. Isaak Nappacha המתן עד שיעלה אצלנו לרגל (b. Kid. 59 a) wörtlich zu nehmen. Raschi erklärt כשדורשין בהלכות הרגל היו מקבלין פני־ הרב, dachte gewiss an b. Hullin 48 a wo Y0n ähnlichen Wallfahrten die Rede ist מעשה ועלו עליה בני עסיא ג׳ רגלים ליבנה לרגל שלישי התירוה להם, vgl. auch Tos. Hullin, c. 3,10, ed. Zuckermandl p. 504. Es ist aber fraglich, ob der Ausdruck עלו 0 רגלים ursprünglich ist, denn die Mishna Parah VII, 6 liest in einem ähnlichen Falle: זה הלך ליבנה ג׳ מועדות ובמועד שלישי הכשירו לו (s. Tosefta ed. Zuckermandl p. 636, Tos. Mikwaoth, ibid. p. 656, vgl. auch Geigers Jüd. Zeitschrift V. 197, zu dieser Sitte in der amoräischen Periode s. b. Jebamoth 122 a). Wenn wir auch von dieser Stelle absehen, so haben wir genügende anderweitige Belege, dass zur Zeit des R. Jochanan bar Nappacha und seiner Schüler die Wallfahrten regelmässig unternommen wurden. In dieser Zeit hören wir zum ersten Mal, dass die Wallfahrt mit Schwierigkeiten und mit Lebensgefahr verbunden gewesen sei. R. Jochanan überträgt die Zustände seiner Zeit auf das Zeitalter Jerobeams. Gott sagte, wer die Pilgerfahrt unterlässt, Übertritt ein göttliches Gebot, sie sagten, wer nach Jerusalem geht (wer wallfahrt) soll mit dem Schwerte durchbohrt werden (b. Sanh. 102 a)12). Dieses Verbot muss aber während der Lebzeit R. Jochanan erlassen worden sein, denn in einem, wahrscheinlich früheren Ausspruche des R. Jochanan lesen wir: 12) Wir haben auch anderweitige Belege über Religionsvervolgungen zur Zeit des R. Jochanan. Ich habe an einer anderen Stelle nachgewiesen, dass man zur Zeit des R. Jochanan die Juden hinderte, den Versöhnungstag zu beobachten, das Thenach zu lesen, und den Kalender zu fixieren. Es ist kein Zufall, dass wir von R. Jochanan und seinen Zeitgenossen auch über Hindernisse mit Bezug auf die Wallfahrten nach Jerusalem nähere Kande erhalten. Es ist äasserst interessant wahrzunehmen, wie R. Jochanan die historischen Ereignisse seiner Zeit in seiner Agada mit Begebenheiten und Personen in der heil. Schrift verknüpft.

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