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Jeschurun · 1924-03-01 · Heft 3-4 (März 1924) · p. Seite 143

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 3-4 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
Seite 143 (sequence 20)
Language
German
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Wesen nud Wesentlichkeit usw. 14S Lebenstat in wachsendem Masse Geltung zu verschaffen, d. h. die Leistungen thoragemässer Sittlichkeit zu steigern. Wem aber der Prozess zu lange dauert, wessen Sehnsucht nach Versittlichung des jüdischen Volkes keine Ruhe hat, — der lerne mitsäen, ehe er miternten will. Um einen guten Saatboden braucht ihm nicht bange zu sein. Einen bessern als den der Volkszucht durch die Tatform findet er nicht. Und so muss nochmals betont werden: Nur die Unzulänglichkeit gegenüber der Grösse des Problems und der Grösse der Lösung, die es im Judentum gefunden hat, führt zu allen den Bedenken und Einwendungen, die gegen das Tatgesetz erhoben werden. Sie bestehen für denjenigen nicht, der das Wesen der Form in der Initiative zur Verwirklichung des religiösen Wesens und ausserdem erkannt hat, dass keine andere Formkategorie das Wesen der Form so übermächtig erfüllt, als die der Lebensbegleitung. Im übrigen folgt aus dem Wesen der Form, Initiatorin zur Verwirklichung religiösen Wesens zu sein, noch nicht notwendig ihre Wesentlichkeit. Aus der Initiative folgt nur die Unentbehrlichkeit und diese ist Wesentlichkeit nur mit Bezug auf den Bestand der Religion, nur eine von aussen kommende, nicht eine Wesentlichkeit im Sinne innerer Notwendigkeit, im Sinne der Mitbestimmung im Rate der Religion. Trotzdem wäre es falsch, die Form bloss nach ihrer die Religion garantierenden Funktion zu bewerten, sie bloss als ein starres Werkzeug des Geistes, dem er gar nichts von seiner Art mitgeteilt hat, wirklich nur als mechanischen Hebel aufzufassen. Denn Formhülle darf nicht mit Form verwechselt werden. Man muss drei Dinge auseinanderhalten: Erstens die Formhülle, zweitens die Hingebung in stimmungsgemässem oder gar latentem Zustande, bevor sie in die Formhülle eingegangen ist, und drittens das aus Formhülle und Hingebung entstandene Neue, die Form, die lebendige Form, die in Form gegossene Hingebung oder die mit Hingebung ausgefüllte Form. Und man wird dann nicht umhin können, dieser mit der Hingebung und durch sie mit dem Ideengehalt der Religion organisch

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