Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- Seite 142 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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142 Wesen und Wesentlichkeit usw. Streichholz, das Ganze einer der denkbar gleich gütigsten Vorgange, und man hat Recht, sich darüber zu wundern, dass ob solcher Geringfügigkeit ein Mensch sollte schuldig werden können. Aber wenn man die Rolle des jüdischen Volkes im Drama der Menschheit erfasst hat und mit diesem Wissen an die Frage herangeht, wenn man weiss, das dieses Volk vereinsamt und erzogen werden soll nach Gottesabsichten, zu höchsten Menschheitszwecken, — dann weiss man auch, dass eine solche Volkszucht kein blosser Kinderschreck sein darf, dass sie sich ihrem ganzen Plane nach durchsetzen muss. Dann weiss man, dass auch der kleinste Bestandteil aus diesem Plane nicht entfernt werden darf, — bei Gefahr, den ganzen Plan zu zerrütten und die ganze Zucht in Frage zu stellen. Dann versteht man, dass das am Sabbat angesteckte Licht den Sabbat verdunkelt und der verdunkelte Sabbat die Heilszucht des Judentums aufhebt und dass diese aufgehobene Heilszucht, wenn die Aufhebung wirklich allgemein würde, nicht nur das Ende des Judentums und des jüdischen Volkes, sondern eben damit auch eine Katastrophe der Menschheit bedeuten würde, — umso grösser, je weiter diese, die das Judentum gerne plagiiert und todschweigt, davon entfernt ist, sie zu ahnen. Und dann schweigt man in frommer Ehrfurcht vor dem Licht, das am Sabbat nicht angesteckt werden darf und fühlt als Sünde gegen den göttlichen Plan jüdischer Zucht, wrenn einer dennoch hingeht und es am Sabbat ansteckt. Oft wird auch darauf hin gewiesen, dass das jüdische Volk in der Schule seiner religiösen Disziplin viel mehr gelernt habe, der Pflicht zur thoragemässen Disziplin und Isolierung als der anderen zur thoragemässen Heüigkeit, vor allem zur thoragemässen Sittlichkeit zu entsprechen. Aber man kann die Tatsache ruhig zugeben und muss doch die daraus gezogene, gegen die Formtat gerichtete Folgerung ablehnen. Denn gerade die Gesamtheit ist es ja, in der und für die, wie wir hörten, die Rechnung zuletzt doch zu Gunsten der Seelenhebel aufgeht. Der Gesamtheit stehen ja schliesslich ganz andere Möglichkeiten und Zeiträume zur Verfügung, um auch der Thoraforderung der