Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1924)
- Date
- 1924-03-01
- Page
- Seite 138 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Wesen und Wesentlichkeit usw. durch Zeugnis und Beispiel belehren. Und ein Sonderweg durch die Jahrtausende ist ihm dafür vorgeschrieben und gesichert, für diesen ist das jüdische Volk auserwählt. Die Auserwählung macht Israel nicht zum einzigen Kinde Gottes, sondern gibt ihm nur eine Art Erstgeburtsrecht der Idee, durch das sie es zur Einsamkeit, zur Hut seiner Einzigkeit in den Fährnissen des Völkergetümmels mit seinen dem Monotheismus sich widersetzenden Neigungen und Leidenschaften, zur Sammlung seiner Kräfte nach innen und zur Beispielgebung nach aussen, zur Erwartung des Sieges und darüber hinaus der Endzeit in stiller, frommer Arbeit verpflichtet. Die Auserwähluag gipfelt dem Zeitenlaufe nach, in dem sich ihr Inhalt offenbart, in der Verheissung, dass aus jüdischem Stamme der Moschiach hervorgehen werde, welcher der ganzen Menschheit die Erlösung aus der Pein der Sünde bringen wird; sie hat ihre Basis in der dem jüdischen Volke verliehenen Thora und erstreckt sich von der Basis bis zum Gipfel über den ganzen Zeitenberg als Pflicht der thoragemässen Heiligkeit einerseits und, wovon jetzt die Rede ist, als Pflicht der thoragemässen Isolierung und Disziplin andererseits. Isolierung und Disziplin: Dem Volke, das Gott erwählte, das erste der Gotteserkenntnis und das Volk zu sein, dem dereinst der entspriessen wird, der die Menschheit in Gerechtigkeit zur Gerechtigkeit erlöst; da3 Volk, das Gott auf einen weiten Weg schickte — durch Jahrtausende, über alle Länder hinweg, zwischen alle Völker hindurch — und dem er seine Thora mitgab, — das konnte er in seiner Thora nicht bloss lehren, Beispiel zu sein, dem konnte er nicht nur den Befehl geben, ihm ein heilig Volk zu sein, dem musste er in derselben Thora eine Schule der Einsamkeit und Zucht schenken, die es gegen das wechselnde Aussen mit allen seinen wechselnden Versuchungen abgrenzt und es aufbewahrt für eine grosse Zukunft und für das Heil der Endzeit. Er musste dieses Heer, das er sich aufstellte, zu einer wandelnden Festung gestalten, mit starken Mauern nach aussen, mit verhämmerten Toren nach innen. Und er tat es, indem er ihm das Gesetz der Formtat gab: So tu und