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Jeschurun · 1924-03-01 · Heft 3-4 (März 1924) · p. Seite 220

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 3-4 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
Seite 220 (sequence 99)
Language
German
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220 Zur Charakteristik usw. von denen gelten, die, wie das ans ihren Deutungen und Paraphrasen hervorgeht, sich den Geist dieser religiösen Ergüsse so zu eigen gemacht, dass bei den Erörterungen fernliegender Gedankengänge sich aus ihrem Unterbewusstsein die feinsten Fäden schlingen zu den Worten dieses Buches1); die immer und immer die Brücke finden von der Tiefe des Sündenbewusstseins zur Höhe des Bewusstseins, dass sie in Gott ihre Ruhe finden. Man vergesse doch nicht, dass bei ihnen, ebenso wie bei uns, zu dem, was sie aus Eigenem gesagt, der Besitz jenes reichen Gutes hinzukommt, das sie in den Psalmen lebendig gegenwärtig hatten, so dass selbst unter der falschen Voraussetzung, dass ihre eigenen Aussprüche nicht ausreichten um aus ihnen jenes hofihungs- und vertrauensvolle Verhältnis zu Gott zu erschliessen, man all die Empfindungen, die durch die Psalmen in ihnen lebten, hinzunehmen müsste2). Was oben3) über die Auffassung von der Strafe im talmudischen Judentum, über die zentrale Bedeutung des צדוק הדין, über die Mittel der Sühne und den für das Judentum spezifischen Begriff der תשובה als erhebende Faktoren im Sündenbewusstsein gesagt worden ist, braucht nicht durch Darstellung des religiösen Selbsterlebens im heutigen Judentum belegt zu werden. Wir sehen unsere Auffassung von diesen Dingen so unzählige Male im Talmud wiederkehren, in so vielen bedeutsamen Zusammenhängen ausgesprochen, dass uns die Vorstellung, man könne etwas anderes aus Talmud und Midrasch herauslesen, geradezu unverständlich bleibt4). Hervorgehoben sei nur, dass im צדוק הדץ, der Anerkennung der gött- ג) wie ausführlicher oben S. 108 dargelegt. 2) vgl. hinsichtlich der Ethik des Talmuds — das gleiche gilt natürlich auch inbezug auf die verschiedenen religiösen Inhalte — M. Lazarus a. a. O. S. 4 ״Die talmudische Ethik kennt man nicht ganz, ja man kennt sie nur in ihren letzten Zweigen, wenn man nicht die biblische Ethik hinzudenkt, welche die Talmudisten als den Stamm und die Aeste betrachtet haben“. 3) S. 123—127. 4) Soweit wir sehen, wird dies auch nicht bestritten, wenn auch Öfters der Versuch gemacht wird, (so Bousset a. a. O., wo er die ״Kehr-

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