Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1924-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1924) · p. Seite 119

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 119 (sequence 121)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2292929-2293027-2293028--06770-2300052
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zur Charakteristik usw. 119 bleibt immer, dass der Mensch den bösen Trieb zu überwinden vermag, nur dass der eine sich für das Gute, der andere für das Böse entscheidet1). Entlastend wirkt auch, dass Gott ja oft die Gelegenheit zur Sünde bietet etwa durch übermässigen Reichtum, den er dem Menschen verleiht2), dass Er es schliesslich selbst ist, der den bösen Trieb in den Menschen gelegt hat3). Das macht Kain geltend4), Hiob5); und Mosche6) und Elijahu7) für Israel. Gott hilft auch dem, der nur den guten Willen mitbringt, den rechten Weg zu gehen. Wenn auch der Wille frei bleibt, ja G. demjenigen, der durchaus das Böse will, die Gelegenheit dazu gibt: ״auf dem Wege, den der Mensch zu gehen entschlossen ist, auf dem führt man ihn8), so ist doch die Unter- Stützung, die dem zu Teil wird, der den Weg zur Reinheit wählt, stärker als für den, der sich zur Unreinheit wendet9). Wie sehr der Weg zum Bösen erschwert wird, malt eine Schilderung, die in ihrer Eindringlichkeit kaum überbotea werden kann: ,Zu dem bösen Wege führen vier Tore, und für jedes Tor sind sieben J) Koh. R. zu 9,4. -) Beracb. 32 a. :) ebds. oben. Eine ausserordentliche Uebertreibung ist es nun freilich wieder, wenn "Weber a. a. 0 S. 242 sagt: ״Aus diesen Gründen ist die Schuld des Menschen ziemlich gering; eigentlich ist Gott die letzte Ursache der Sünde.“ 4) Schechter Midrasch hag. S. 112. 'r) Baba b. 16 a. 6) Berachoth 32 a. ') ebds. 31b unten. 8) Makkoih 10 b. 9) Sabbath 104 a. Dass dies der Sinn des Ausspruchs בא לסמא פוהחין לו בא למהר פסייעץ אותר geht aus den! Zusammenhang hervor, nach der dieser Satz als Beweis dafür gebracht wird, dass für den reuig Zurückkehrenden zwar Oefraungen an dem ק vorhanden sind, das, als Symbol für Gott, dem ר, dem Sinnbild des Frevlers, den Rücken zuwendet, aber zwei Tore für den hat, der sich wieder zu Gott wenden will. Ausgenommen bei der einen Parallelstelle Menachoth 29 b hat Rasehi in der Erklärung des Schriftwortes, aus dem das בא לטמא פותחין לו abgeleitet wird, der Worte אם ללצים הוא י ל י ץ die Bemerkung מעצמו הוא יליץ לא יסייעוהו ולא ימנעוהו oder (Makkoth 10b) אין מעבבין אותו oder sinngemäss. Dikduke Soferim hat in der Münchener Handschrift s. v. פותתין לו in Sabb. 104 a, Joma 88 b, Aboda s. 55 a מתחץ statt פותחין d. h. Tore stehen ihm offen, aber nicht: man öffnet ihm. Vgl. auch Tosaphoth zu Sabb. 104 a s. 7. אית דגרסי, wo es natürlich heissen muss אית דגרסי בא למפא פ ת ה י ן לו.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.