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Jeschurun · 1924-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1924) · p. Seite 116

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 116 (sequence 118)
Language
German
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116 Zur Charakteristik u8w. der ebenso feststehenden Theorie von dem Verdienst der Väter. Wenn es gilt das Urteil, das den Sohn nach seinem Tode treffen soll, festzustellen, dann kann das vollkommene Leben und die gute Handlungsweise des Vaters nicht in Betracht kommen. Umgekehrt, sie belastet ihn noch mit einer grösseren Verantwortung, da er trotz des Beispiels und des Einflusses des Vaters so entartet ist. Und ferner: Wenn auch, wie oben erwähnt, der Gesamt״ zustand des schuldigen und des vor Gott Gnade findenden Menschen nach dem Ueberschuss des Bösen oder Guten, das er getan, beurteilt wird1) so lautet doch ein gewichtiger Satz: אין מחליפין לעולם לא זנות בהרבה ולא חובה בזכות es wird nicht die verdienstliche Tat gegen die schuldige und nicht die schuldige gegen die verdienstliche umgetauscht2) und der noch gewichtigere: כל האומר הקב״ה וותרן יותרו חייו. Wer da sagt, dass der Heilige g. s. E. nachsichtig ist, dessen Leben sei preisgegeben3). Wie denn überhaupt das Bewusstsein von der Schwere eines jeden Vergehens sehr lebendig war. Wir sahen schon oben4), dass auch scheinbar unerhebliche Sünden als eine Abart von Tod- Sünden empfunden wurden. Aber man geht noch weiter: Da Gott als Vater und König der Menschen vorgestellt wird, da alles, . Leib und Leben und was er sein Eigen nennt, von ihm stammt, da er durch seine Thora und seine Propheten gekündet hat, was der Mensch tun oder meiden soll, so ist ja jede Schuld eine Empörung gegen Gott den König, eine Kränkung des Vaters, ein Abwerfen des Joches, eine Ursache, dass die göttliche Herrlichkeit sich von der Erde entfernt5). So gipfelt das sich schwer auf die Seele legende Sündenbewusstsein in der Erkenntnis: Gott ist langmütig, aber er treibt seine Schuld ein6). Denn riesengross steht vor dem Sündigen die Tatsache 1J Auf die Angriffe, die diese Art der Beurteüung erfahren, kommen Wir später zurück. ף Sifre zu Dt. 38,7. 3) Baba K. 60 a. 4) S. 101. ף vgl. Quellen bei Scheeliter a. a. 0. ״Sin as Rebellion“ S. 219—241. 6) Jer. Schekalim V 2 Kr. 48 d.

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