Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 117)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Charakteristik usw. 115 Hausgenossen begangen. Das gleiche gilt Ton dem, der den Bürgern seiner Stadt oder all seinen Zeitgenossen hätte wehren können1). Ja, der Sünder ist sogar verantwortlich für die früheren Generationen, die er mit seiner Schuld belastet. Wenn Israel sündigt, spürt es Jakob in der Höhle Machpela2). Unser Stammvater Abraham starb vorzeitig um der Sünden Esau’s willen*). Um der Sünden der Lebenden willen werden die Toten ausgegraben 4). Bei dem Gesetze von dem Erschlagenen, der sich auf dem Felde findet und dessen Mörder nicht entdeckt wird, Dt. 21, 1—8, wird aus dem Satze: ״Sühne für dein Volk Israel, das du aus dem Lande Aegypten erlöst hast״ geschlossen, dass auch die toten Geschlechter der Vergebung bedürfen und dass des Mörders Sünde sich bis auf die Generation erstreckt, die einst aus Aegypten zog5). Niederdrückend wirkt ferner der Gedanke, dass mit dem Tode jede Möglichkeit dem Menschen genommen ist, seinen sündigen Zustand und damit das Los, das seiner jenseits wartet, zu bessern. Nur wer sich am Tage vor dem Sabbath bemüht, kann am Sabbath gemessen6). Diese Welt gleicht dem Festland und das Jenseits der See, wenn Einer sich nicht auf dem Festland gerichtet, was will er auf seiner Reise über das Meer essen7). Auch der Gerechte kann nach seinem Tode sich kein Verdienst mehr erwerben 8). ״Das Verdienst der Väter versagt hier. Man denke nicht: mein Vater war ja so fromm, ich finde Rettung um seinetwillen, mein Bruder war ein Gerechter, er wird mich retten9). ״Der Vater kann den Sohn nicht erlösen10).״ Das hat sprichwörtlichen Charakter angenommen. Es widerspricht auch nicht J) Sabb. 54 b. AehDlich Snkka 29 b; Sanh. 20 a; 27 b; 103 a. 2) Midr. Teh. zu 14,7; Buber S. 115. 8) Gen. R. 63,12. 4) Jebamoth 63 b. D Sifre z. St; doch vgl. Wohlgemuth a a. 0. S. 129—131, wo ansgeführt wird, dass es sich hier wohl nicht (gegenüber anderen Erklärungen) um die Belastung eines Einzelnen durch die Sünden seiner Nachkommen, sondern um die Belastung der vergangenen Generationen durch die Sünde der gegenwärtigen handelt. «) Ab. s. 3 a. ר Koh. R. zu 1,15. 8) Ab. R. N. 12,9. *) Midr. Teh. zu 46,1 Buber S. 272. i0) Sanh. 104 a אבא לא מזכי בדא.