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Jeschurun · 1924-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1924) · p. Seite 92

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 92 (sequence 94)
Language
German
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92 Wolf Jawitz Wt seiner in sich geschlossenen Abgeklärtheit erschüttern. Was ihm die Aussenwelt bot, diente ihm nur להגדיל תורה ולהאדירה. Ein äusserst fleissiger und fruchtbarer Schriftsteller war Jawitz. Alles was er schrieb, sollte der Verbreitung von Liebe zur Thora, dem jüdischen Volk und dem jüdischen Lande dienen. Mit Kindern konnte er als Kind reden. In seinem פל ילדות (Jerusalem 1891) und seinem Lesebuch ,המוריד (Jerusalem 1894) weiss er so ganz den Ton seiner jugendlichen Leser zu finden, die es ihm danken durch die Spannung, mit der sie seinen Erzählungen aus Bibel und Midraschim und dem Leben der jüdischen Bauern in Vergangenheit und Gegenwart folgen. In Berlin liess er im Jahre 1909 seine ״Bilder aus dem jüdischen Bauernleben Palästinas“ und ״Leben und Treiben des Volkes Israel in vorsalomonischer Zeit“ erscheinen. Der Allgemeinbildung der hebräisch Lesenden dient seine vierbändige ״ Geschichte der Völker“ ס׳ דברי יפי העמים (Wilna 1899—1908). Seine kurzgefasste jüdische Geschichte ספר דברי הימים erlebte schon im Jahre 1907 die 7. Auflage, ein Zeichen seltener Beliebtheit in der neueren jüdischen Literatur. Jawitz’s Hauptwerk, das seinem Namen für immer einen Ehrenplatz in der jüdischen Wissenschaft erworben hat, ist seine grossangelegte ״Geschichte Israels“ (תולדות ישראל). Vor 30 Jahren liess er von Jerusalem aus in Warschau den ersten Teil erscheinen; der 10. Band (Geschichte der Geonim), in England geschrieben, ist augenblicklich in Berlin im Druck. Als charakteristischstes Merkmal seines Werkes möchte man Schönheit und Liebe nennen. Wie wenige beherrschte Jawitz in meisterhafter Vollendung den biblischen Stil. Nicht mit Unrecht führt Jawitz den Namen eines hebräischen Xenophon. In liebenswürdiger, anregender Erzählung und weitem historischem Blick entwirft er uns in den ersten Bänden Geschichtsbilder der biblischen Zeit. In gleicher Weise bewundert der Leser die tiefe und umfassende Kenntnis der Bibel und aller zu ihrer Erklärung wichtigen Stellen aus Talmud und Midrasch, wie auch seinen verständnisvollen Blick für die Geschichte Vorderasiens und des Nillandes in biblischer Zeit. Nicht mit jeder Ansicht des Verfassers wird man übereinstimmen, immer aber mit seiner

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