Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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fl Exegetische Beiträge 85 interpretiert. Der Vorgang war ja der: Jesaia hatte König Ahaz im Namen Gottes angetragen, ein Zeichen für die Wahrhaftigkeit seiner Ankündigungen zu verlangen. Der König lehnte dies rundweg ab (לא אשאל ולא אכסה את ה׳). Worin bestand nun das Ermüden der Menschen und Gottes, das der Prophet dem König vorwirft? Hätte dieser mehrere Zeichen verlangt und sich mit einem nicht begnügt, dann wäre jener Vorwurf berechtigt (vgl. z. B. Nu. 14,22 ״ וינפו אותי?ה עשר פעמים ולא שמעו כקוליund sie prüften mich nun zehnmal und hörten nicht auf meine Stimme״ Ps. 78,18 ff. ibid. 41 וישובו וינסו אל), aber doch nicht wenn er überhaupt kein Zeichen verlangte. Aus diesem Grunde scheinbar, hat Ihn Esra die Stelle folgendermassen erklärt: ״weil ihr Könige seid und die Menschen keine Kraft haben euch gegenüber, glaubt ihr, dass es ebenso ist mit Gott, d. h. dass er euch gegenüber auch keine Kraft hat (wie einer der übermüdet ist) etwas zu tun ■(בעבור שאתם מלכים ואין כח באדם נגדכם תחשבו כי כן השם), was aber mehr als gezwungen ist. D. Kimchi meint ״ihr macht die Worte Gottes schwach und müde, indem ihr glaubt, dass er sie nicht zu verwirklichen vermöge״. Abarbanel: ״dass ihr die Menschen täuscht mit Worten, indem ihr euch die Mühe nehmet mit ihnen anders zu reden, als ihr im Innern denket, und so verfährt ihr auch gegenüber Gott*! Luzzatto meint ״sie ermüden die Menschen durch drückende Steuern und wollen auch Gott ermüden, dadurch, dass sie nicht wollen, der Name Gottes soll durch sie geheiligt werden״ (wo liegt hier aber der Gedanke von Gott ermüden?). ״Die Geduld erschöpfen״, wie Dillmann meint, darunter zu verstehen, ist auch sehr befremdend. Ehrlich meint auch: Hiph. von לאה fasst man hier geistlos genug in seiner gewöhnlichen Bedeutung, ohne sich zu fragen, was das heisst, jemand ermüdet Gott und Menschen. Er nimmt daher an, dass beim Leben der Sprache dieses Hiph. wahrscheinlich jemand im Kampfe oder in irgend einem Spiele schlagen, gegen ihn den Kampf oder das Spiel gewinnen bedeutet haben muss. Er verweist auf 16,12. 47,13 und Jer. 12,5 und Hiob 16,7 woraus er diese merkwürdige Bedeutung ableitet: einem in irgend etwas übertreffen. Den Sinn unserer Stelle gibt E. mit folgen־