Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
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80 Exegetische Beiträge Strafe die gezüchtigten Menschen die rettende Hand des wahren Gottes suchen werden (v. 7—8): eine indirekte Mahnung, wie er (Ahaz) es in seiner jetztigen Lage zu machen habe! Darauf folgt (v. 9) der Schluss der Schilderung des Verödungszustandes, in den die befestigten Orte sowie die Länder überhaupt geraten werden. Die kaum erklärbaren vv. 10—11 scheinen mit ihrem Schlussatze ביום נחלה וכאב אניש die Darstellung des erwähnten trostlosen Bildes von den argen Zuständen in den Nordstaaten zu beschliessen. Erst in dem nun folgenden Schlussteile seiner Rede, der mit הוי beginnt, kommt der Prophet dazu, mit vollem Pathos dem Könige die bevorstehende und nahende Rettung zu verkünden (vv. 12-14). Mit spezifisch jesajanischer Beredsamkeit malt er das Toben der Feinde11 um Jerusalem, wie sie gleich mächtigen Wasserfluten tosen und alles mit Angst erfüllen, aber der König mag ruhig sein, denn ״ וגער יוEr- (der Ewige, der Gott Israels, in dessen Namen Jesaja spricht) schilt ihn an, und es flieht der Feind (Gott gegenüber sind die vielen Heere und Völkerschaften wie eine winzige Einzelperson) in die Weiter wie Spreu der Berge vor dem Winde u. s. f. Hier ist die Hilfe Gottes an gekündigt. Die gefahrvolle Stunde heischt aber eine sofortige Rettung, und sie wird auch gleich verheissen: לעת ערב והנד, בלהה. Jetzt zur Zeit wo der Tag zur Neige geht und der Abend herannaht, siehe, da herrscht noch Angst und Schrecken, aber בטרם בוקר bevor noch der Morgen grauen wird, wird der Feind dahin sein. Mit heissender Ironie zeigt er auf das Schicksal und das Los der Feinde, die er als Räuber und Plünderer bezeichnet, die wohl hochfahrend gegen Jerusalem gezogen sind und mit ihrer Macht alles zu erobern glaubten, die aber schmählich von dannen ziehen müssen, weil Gott es so will I Der Gang der Ereignisse ist hier wohl ebenso wie bei ״) Er spricht von עמים רבים von לאוטים, waren doch dabei nicht nur Aram und Ephraim, sondern auch Edom und Philistäa, die damals Judäa mit Krieg überzogen haben, vgl. II Chr. *2S, 17—18.